Medikamentenkosten 2015 um 5,6 Prozent gestiegen

Wien - Die Umsätze der österreichischen Apotheken mit Arzneimitteln auf Krankenkassenrezept haben sich im Jahr 2015 um 5,6 Prozent erhöht. Das teilte der Österreichische Apothekerverband mit. Die Steigerung der Ausgaben für die Krankenkassen fiel damit höher als in den vergangenen Jahren aus, war aber niedriger als noch vor einigen Monaten befürchtet.

"Das Geschäftsjahr 2015 brachte für die Apotheken in Österreich keine positive Wende. Die innovativen, aber hochpreisigen Arzneimittel bescherten den Apotheken zwar einen Anstieg des Kassenumsatzes, der mit Arzneimitteln auf Kassenrezepten im Schnitt 70 Prozent des Gesamtumsatzes einer Apotheke ausmacht. Dieser Kassenumsatz stieg um 5,6 Prozent auf 2,62 Mrd. Euro (2014: 2,48 Mrd. Euro)", hieß es vonseiten des Verbandes der rund 1.400 öffentlichen Apotheken. Diese Umsätze machen rund 85 Prozent des Kassen-Arzneimittelmarktes aus, der Rest entfällt auf die ärztlichen Hausapotheken.

In den vergangenen Jahren hatten die österreichischen Krankenkassen fast eine Stagnation bei den Arzneimittelkosten erlebt. Von einer Steigerung im Jahr 2003 um 6,8 Prozent fiel die Rate bis 2005 auf 1,6 Prozent. Dann gab es wieder einen Anstieg (2007: plus 8,3 Prozent). Von 2010 bis 2013 wurden mit einem Pendeln zwischen plus 0,9 und plus 2,6 ausgesprochen niedrige Werte registriert, die zum Teil unter der Inflationsrate lagen.

Das änderte sich Anfang 2015. Der Hauptverband registrierte laut seinem damaligen Chef Peter McDonald im ersten Quartal eine Steigerung bei den Arzneimittelausgaben von zehn Prozent, im ersten Halbjahr eine von 8,5 Prozent. In den vergangenen Wochen war man in der österreichischen Pharmaindustrie von etwas mehr als fünf Prozent Steigerung der Umsätze bei den Kassenrezepten ausgegangen.

Zu einem Großteil gehen die Ausgabensteigerungen der Krankenkassen für Medikamente auf neue patentgeschützte Arzneimittel zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zurück, weniger auf neue Onkologika, die vor allem in den Krankenhäusern verabreicht werden. Mit den neuen Hepatitis-Medikamenten kann in fast hundert Prozent der Fälle eine chronische Infektion mit dem Hepatitis C-Virus, die häufig zu Leberzirrhose und auch zu Leberkarzinomen führen kann, zur Heilung führen. Außerdem haben diese Medikamente wesentlich weniger Nebenwirkungen als ältere - und ehemals auch nicht "billige" Kombinationstherapie unter Verwendung von Interferon. Die Heilung der chronischen Hepatitis B verhindert jedenfalls die schweren Komplikationen und Folgererkrankungen, die ebenfalls hohe Kosten verursachen.

Die österreichischen Apotheker beklagen trotzdem die finanzielle Situation. "Doch das Umsatzplus schlug sich in den Apotheken ertragsmäßig kaum nieder, das heißt, die Apotheken profitierten nicht von den höheren Ausgaben für Kassenmedikamente. Die Vergütung der Apothekenleistung hätte sich im vergangenen Jahr nur um ein Prozent erhöht. Das sei schwierig bei den Personal- und Investitionskosten.

"Die Apotheken in Österreich verdienen aufgrund des Sparzwangs im Gesundheitswesen im Durchschnitt zu wenig. Die angespannte Ertragssituation führt dazu, dass immer weniger pharmazeutisches Personal nachgefragt wird", sagte dazu Christan Müller-Uri, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes.

So seien im Jahr 2010 noch 132 neue Stellen für Apotheker angeboten worden. 2015 waren es nur noch 47 offene Stellen. Derzeit würden 170 Apotheker eine Beschäftigung suchen. Im Jänner dieses Jahres seien die Umsätze in den Apotheken (Kassenrezepte) sogar rückläufig gewesen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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