Media-Saturn-Minderheitseigner fordert Kapitalerhöhung

Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals fürchtet eine Schieflage bei Europas größter Elektronikhandelskette und fordert deshalb eine Kapitalerhöhung. Sollte Mehrheitseigner Metro für eine solche Kapitalspritze nicht zu haben sein, stehe Kellerhals auch bereit, den Metro-Anteil zu kaufen, sagte der Geschäftsführer seiner Investmentgesellschaft Convergenta, Ralph Becker, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Kellerhals liegt seit Jahren im Clinch mit Mehrheitseigner Metro, unter anderem hatte er dem Handelsriesen die falsche Strategie im boomenden Online-Handel vorgeworfen. Metro setze etwa auf Zukäufe wie Redcoon, die rote Zahlen schrieben. Metro verschließe sich einer Kapitalerhöhung nicht, doch sehe der Konzern dafür keine Notwendigkeit, sagte ein Metro-Sprecher. Media-Saturn verfüge über ausreichend liquide Mittel.

"Eine Kapitalerhöhung ist dringend geboten, zumal unsere Mitgesellschafterin Metro die Zukunftsfelder des Unternehmens vor allem im Bereich des Internets und der Dienstleistungen sieht", sagte dagegen Becker. "Das Unternehmen verbrennt aber gerade dort massiv Geld." Allein bei der Internet-Tochter Redcoon liege das Minus bei einem "mittleren zweistelligen Millionen-Betrag". Redcoon hatte zuletzt im Geschäftsjahr 2012/13 nach im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen einen Verlust aus dem gewöhnlichen Geschäft von 19,8 Millionen Euro verzeichnet. Zudem schreibe Media-Saturn auch in Russland, Schweden und der Türkei "massive Verluste". Derzeit liege die Eigenkapitalquote bei Media-Saturn bei unter drei Prozent - "da gehen bei mir die Warnlampen an".

Convergenta dringe auf eine Kapitalerhöhung um 115 Millionen Euro auf dann 150 Millionen Euro, sagte Becker. Die Investmentgesellschaft werde diese voll mittragen. Metro verfüge nach dem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof über das nötige Kapital, doch der Mehrheitseigner stelle sich quer. "Wir haben das Thema des Kapitalbedarfs frühzeitig auf die Tagesordnung der letzten Gesellschafterversammlung im Dezember gesetzt. Die Metro hat uns mitgeteilt, dass sie zu einer Kapitalerhöhung durch den Einsatz von Liquidität nicht bereit wäre." Metro habe vorgeschlagen, Rücklagen in Stammkapital umzubuchen. "Das ist für uns aber ein Taschenspielertrick. Wir wollen das Unternehmen stärken, dafür ist eine echte Kapitalerhöhung nötig." Convergenta wolle dann "massiv" in das Internet-Geschäft investieren: "Wir lehnen es aber ab, chronisch defizitäre Unternehmen zu übernehmen, wie wir das in jüngerer Zeit häufiger gesehen haben. Wir würden Geschäfte zukaufen, die profitabel sind und zu Redcoon passen."

Kellerhals' Gesellschaft sei auch bereit, den Metro-Anteil von rund 78 Prozent an Media-Saturn zu übernehmen. "Metro soll uns ein anständiges Angebot unterbreiten, zu welchen Konditionen sie ihre Anteile an Media-Saturn verkaufen würde". Die Finanzierung für eine Übernahme der Anteile stehe, Finanzinvestoren seien an einer Beteiligung interessiert. Doch seien die Düsseldorfer nicht zu Verhandlungen bereit: "Es ist die Metro, die sich auch diesen Gesprächen verweigert."

Lege Convergenta ein "konkretes und belastbares Angebot" vor, werde Metro dies prüfen, sagte ein Konzernsprecher dazu. Doch habe die Kellerhals-Gesellschaft dies bislang nicht getan. Zudem sehe Metro keine Veranlassung, sich von Media-Saturn zu trennen. Die Kette sei "wesentlicher und erfolgreicher Bestandteil der Metro".

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne