Mayr-Melnhof - Hörmanseder: "Wir haben 2014 viel verdient"

Der börsennotierte Faltschachtel- und Kartonhersteller Mayr-Melnhof Karton AG hat 2014 ein Rekordergebnis erzielt und auch beim Umsatz zugelegt. "Wir haben viel verdient", sagte Konzernchef Wilhelm Hörmanseder, und fast 140 Mio. Euro seien wieder investiert worden, "das ist ein schöner Batzen".

Die Umsatzerlöse stiegen im abgelaufenen Jahr um 4,4 Prozent auf 2,09 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 8,9 Prozent auf 180,2 Mio. Euro zu und der Jahresüberschuss verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 131,6 Mio. Euro. Bei der Hauptversammlung am 29. April will der Vorstand eine Erhöhung der Stammdividende von 2,40 auf 2,60 Euro je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr hatten die Aktionäre auch einen Jubiläumsbonus von 2,40 Euro je Aktie erhalten. An der Wiener Börse notierten Mayr-Melnhof am Dienstag gegen 11.50 Uhr mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 96,06 Euro.

Gelungen sei das gute Ergebnis trotz fehlender Konjunkturimpulse in Europa, sagte Hörmanseder am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Knapp 59 Prozent seines Umsatzes erzielt der MM-Konzern in Westeuropa, 26 Prozent in Osteuropa. Aufträge habe es in beiden Divisionen - MM Karton und MM Packaging - "reichlich" gegeben.

Obwohl die Branche sehr wettbewerbsintensiv sei, habe man durch organisches Wachstum Marktanteile gewonnen, berichtete Hörmanseder. In der Packaging-Division habe man neue Standorte in Polen, Rumänien, der Türkei und Vietnam errichtet. Ab dem nächsten Quartal soll zum organischen Wachstum nach der bereits abgeschlossenen Großinvestition im Werk in Frohnleiten auch das neue Produkt "Foodboard" für kartonverpackte Lebensmittel beitragen.

Langfristig werde man aber auch durch Akquisitionen wachsen, sagte Hörmanseder - vor allem in Wachstumsmärkten außerhalb Europas, aber auch selektiv in Europa, "wenn das Segment passt und wenn es eine interessante Ergänzung unseres heutigen Portfolios darstellt". In den Emerging Markets gehe es vor allem um Südamerika, wo man bereits in Chile und Kolumbien präsent sei. "Wenn da das eine odere andere Land noch dazukommt, dann werden wir uns sicherlich sehr dafür interessieren." In Asien sei man in Vietnam und Malaysia präsent, "auch Südostasien ist eine interessante Region für uns".

Schwierig ist die Situation derzeit in Tunesien, wo MM derzeit zwei Werke hat: In der Hafenstadt Sfax im Osten des Landes und in Tunis. Das Werk in Sfax "läuft wie die gesamte tunesische Industrie auf halber Leistung", erklärte Hörmanseder. "Insbesondere der Osten Tunesiens leidet dramatisch unter dem Ausfall der libyschen Märkte."

Die Investitionen will Mayr-Melnhof auch heuer auf hohem Niveau halten. "Die Faustregel gilt nach wie vor, dass wir 50 Prozent unserer Cash Earnings in neue Maschinen investieren. Das entspricht strukturell bei uns in etwa der gesamten Abschreibung im Konzern." 90 bis 100 Mio. Euro würden jährlich investiert, "da sind uns noch nie die Ideen ausgegangen".

Für heuer habe man das Ziel, sowohl durch Neugeschäft als auch durch Marktanteilsgewinne weiter zu wachsen. "2014 war sehr erfreulich, und ich bin sehr froh, wenn das '15er wieder so gut wird wie das '14er."

Bregenz (APA) - Aufgrund von anhaltender Trockenheit mit einhergehendem Futter- und Wassermangel stehen in Vorarlberg verfrühte Almabtriebe im Raum. Diese versuche man durch die Zufuhr von Wasser und Heu zu verhindern, informierte der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) am Freitag. Eine frühzeitige Rückkehr der Tiere ins Tal könnte die Situation in der Futterversorgung eklatant verschärfen, so Gantner.
 

Newsticker

Große Trockenheit: In Vorarlberg stehen verfrühte Almabtriebe im Raum

London/Brüssel (APA/dpa) - Nur eineinhalb Monate vor dem EU-Austritt der Briten ist immer noch nicht sicher, ob die Sache einigermaßen glimpflich ausgeht. Und das liegt nicht nur am Londoner Regierungschaos.
 

Newsticker

Beim Brexit sitzen beide in der Zwickmühle

Wien/Schwechat/Dublin (APA) - Eine erste Anhörung vor einem Londoner Gericht im Streit zwischen Ryanair und Lufthansa um neun geleaste Laudamotion-Flieger ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das Hauptverfahren beginnt erst im November, wie es am Freitagnachmittag von der Lufthansa zur APA hieß. Laudamotion und Ryanair gaben sich wortkarg und erklärten, das laufende Verfahren nicht kommentieren zu wollen.
 

Newsticker

Gerichtsstreit um Laudamotion geht erst im November richtig los