Massenproteste vor Tsipras-Rede in Thessaloniki angekündigt

Thessaloniki (APA) - Wenn am Samstag die 83. Internationale Messe von Thessaloniki (DETH) mit einer Rede von Ministerpräsident Alexis Tsipras eröffnet wird, hat die griechische Polizei Alarmbereitschaft. Rund 3.600 Beamte werden im Einsatz sein. Gewerkschaften haben ebenso Proteste angekündigt, wie rechtsextreme und nationalistische Gruppen. Gegen deren Kundgebungen wollen wiederum Linksautonome aufmarschieren.

Die internationale Messe in Thessaloniki (Saloniki) wird von den griechischen Regierungen mittlerweile seit Jahren dazu benutzt, den Kurs für die kommenden Monate vorzugeben. Die politischen Reden dienen oft dazu, weichenstellende Entscheidungen für die Zukunft des Landes bekanntzugeben. Allerdings kommen traditionell auch die Chefs der anderen Parlamentsparteien zu Wort.

Tsipras, Chef der linkspopulistischen Syriza-Partei, hat bei einem Treffen mit Vertreten von Landwirten aus Nordgriechenland bereits im Vorfeld betont, dass es die erste DETH nach dem offiziellen Ende der Spar- und Reformprogramme sein wird. Das erste von diesen insgesamt drei Programmen, die zwischen Athen und den internationalen Geldgebern vereinbart wurden, war im Jahr 2010 unterzeichnet worden.

Trotz der Beendigung des offiziellen Sparkurses, erklärte Tsipras jedoch, müsse seine Regierung auch in den kommenden Monaten Reformen durchsetzen, um Wachstum zu schaffen. Daher haben Gewerkschaftsorganisationen zu Protestmärschen wegen drohender Lohnkürzungen und der bestehenden Armut in Griechenland aufgrund der Austerität aufgerufen. Sie wollen außerdem die Versteigerung von Erstwohnsitzen überschuldeter Kreditnehmer anprangern und durch gesellschaftlichen Druck verhindern.

Hauptorganisator der diesjährigen "Anti-DETH Demonstration" ist aber die Dachgewerkschaft der Angestellten des öffentlichen Dienstes (ADEDY), die unter anderen ein besseres System für die Bewertung angehender Beamter fordert. Aber auch die von der Regierung vereinbarten Lösung in der Namensfrage der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien soll im Mittelpunkt von Protesten stehen.

Gegen den Vorschlag, dass sich das Nachbarland künftig "Nord-Mazedonien" nennen soll, wollen Vertreter der "Goldenen Morgenröte" und anderer rechtsextremer Gruppierungen demonstrieren. Ihnen werden sich linksautonome Aktivisten entgegenstellen, die gewöhnlich gegen Nationalismus und Chauvinismus marschieren. Das große Polizeiaufgebot soll indes gröbere Ausschreitungen verhindern.

Die DETH ist eine der größten Messen Griechenlands. Sie gliedert sich in mehreren thematischen Strukturen und ist sowohl für Fachbesucher, als auch für Konsumenten geöffnet. Viele Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen, die im Rahmen der Messe durchgeführt werden, verwandeln sie traditionell in ein großartiges Stadtfest. Sie findet ab Samstag bis Sonntag der kommenden Woche statt.

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Der Streit zwischen der Ryanair-Tochter Laudamotion und der Gewerkschaft …