Markit-Umfrage - Deutsche Industrie wächst kaum noch

Die deutsche Industrie wächst so langsam wie seit 16 Monaten nicht mehr. Das Barometer fiel im März nach vorläufigen Berechnungen auf 50,4 Zähler von 50,5 Punkten im Februar, wie am Dienstag aus einer Umfrage des Markit-Instituts unter rund 800 Firmen hervorgeht. Damit hält sich der Industrie-Sektor nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

"Der Indikator ist nun auf einem Niveau, das fast Stagnation anzeigt", sagte Markit-Experte Oliver Kolodseike. Die stark vom Export abhängige Industrie spüre die nachlassende Nachfrage aus Übersee. Der Service-Sektor wächst hingegen noch stärker als im Vormonat. Das Barometer legte um 0,2 auf 55,5 Zähler zu.

Der Composite-Index, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, verharrte im März auf dem Vormonatswert von 54,1 Punkten - dem tiefsten Stand seit September 2015. Die abgeschwächte Nachfrage im Industrie- und auch im Servicesektor spiegelt sich im niedrigsten Gesamt-Auftragsplus seit acht Monaten wider. Im Dienstleistungssektor wurden weiter unter dem Strich Stellen geschaffen, während die Beschäftigung in der Industrie sank.

Nach Einschätzung von Markit setzt sich der "moderate, wenngleich unspektakuläre Aufschwung" im ersten Quartal fort. Die Bundesbank rechnet damit, dass wie bereits Ende 2015 beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 0,3 Prozent herausspringt - eventuell auch etwas mehr.

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