Macron lässt bei Steuer für Internet-Giganten nicht locker

Brüssel/Mountain View /Menlo Park (APA/dpa) - Trotz Widerständen aus anderen EU-Ländern will der französische Präsident Emmanuel Macron sein Vorhaben einer Besteuerung von Internet-Giganten vorantreiben. Er setze dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Deutschland, sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel am Freitag. Es sei ein Problem, dass große Internetfirmen in manchen Mitgliedstaaten bisher keine Mehrwertsteuer zahlten.

"Wenn wir eine gemeinsame Besteuerung in Europa schaffen - ich glaube nicht, dass Google und Facebook da ihr Geschäft in Europa aufgeben würden", sagte Macron. "Der europäische Markt ist zu groß."

Das Vorhaben habe in den vergangenen sechs Monaten große Fortschritte gemacht. "Vor einem Jahr hat niemand daran gedacht, dass es einen vernünftigen Vorschlag zur Digitalsteuer geben könnte", meinte Macron. Jetzt werde konkret darüber gesprochen und die EU-Kommission sei geneigt, in dieser Sache tätig zu werden.

Er kenne die Meinungsverschiedenheiten zu dem Thema genau, sagte Macron. Sie hingen mit den jeweiligen Wirtschaftsmodellen der verschiedenen EU-Staaten zusammen. Der Präsident sprach in diesem Zusammenhang von einem unfairen Wettbewerb. Er kündigte an, weiter mit voller Kraft für eine klare Regelung einzutreten: "Glauben sie mir, ich habe noch genauso viel Energie", sagte Macron.

Ein guter Rahmen, eine solche Besteuerung großer Internet-Konzerne voranzubringen, sei auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch auf dieser Ebene wolle sich Frankreich im kommenden Jahr für die Idee engagieren.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London