Lufthansa-Chef: Airlines werden nicht mehr so schnell wachsen

Frankfurt (APA/dpa) - Die Luftfahrtindustrie wird nach Auffassung des Lufthansa-Chefs Carsten Spohr in den kommenden Jahren nicht mehr so schnell wachsen. Die Gesellschaften hätten zunehmend mit knappen Ressourcen beispielsweise beim Personal, bei Ersatzteilen und Flugzeugen zu kämpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende am Dienstag am Rande der Hauptversammlung seines Unternehmens in Frankfurt.

Auch die Infrastruktur am Boden reiche nicht mehr aus, sagte Spohr. Das Angebot werde künftig nicht mehr stärker als die Nachfrage steigen, so der Chef der AUA-Muttergesellschaft. Lufthansa werde aber an dem stattfindenden Wachstum teilhaben. Die Passagiere könnten nicht mehr mit immer billigeren Tickets rechnen: "Der Preisverfall wird nicht so schnell weitergehen wie in der Vergangenheit."

Spohr geht mit einem Rekordgewinn im Rücken in die Hauptversammlung. Im Geschäftsjahr 2017 hat der DAX-Konzern mit 2,37 Mrd. Euro den dritten Rekordgewinn in Folge eingeflogen. Die Anteilseigner sollen in Form einer von 50 auf 80 Cent erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben.

Aktuell geht es im Konzern vor allem darum, die Direktflugtochter Eurowings auf Gewinnkurs zu bringen. Mit der Integration der vollständig übernommenen Brussels Airlines und von Teilen der insolventen Air Berlin sind die Kosten bei der expandierenden Tochter deutlich gestiegen. Spohr erwartet einen Verlust im dreistelligen Millionen-Bereich. Weitere Übernahmen stehen nach Interview-Aussagen von Eurowings-Chef Thorsten Dirks derzeit nicht auf der Liste.

Neben der Bilanz soll auf der Hauptversammlung auch eine neue Satzung der Aktiengesellschaft beschlossen werden. Auf seiner ersten Hauptversammlung als Aufsichtsratschef legt der frühere Merck-Chef und Ex-Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley eine Neufassung vor.

Trotz erster Kostenentlastungen im laufenden Jahr übt die Lufthansa weiterhin scharfe Kritik am Frankfurter Flughafen. Das Drehkreuz sei noch immer der teuerste Flughafen im Lufthansa-System, sagte Spohr. Außerdem erfülle der Flughafen aktuell nicht die Erwartungen an Premium-Qualität. "Das muss sich ändern. So lange verlagern wir unser Wachstum verstärkt nach Zürich, München und Wien." Das zeige sich auch an dem am Montag verkündeten Erwerb von zwei weiteren Boeing 777 für die Konzerntochter Swiss.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro