Lösung für faule Kredite in Italien soll bald stehen

Nächste Woche soll eine der gefährlichsten Zeitbomben im europäischen Finanzsektor entschärft werden. Italien und die EU wollen in Brüssel nach monatelangen Gesprächen eine Einigung erzielen, wie mit dem Berg fauler Kredite im Volumen von rund 200 Mrd. Euro umgegangen werden soll.

Mit der Situation vertraute Personen sagten Reuters, eine Einigung über eine Abwicklungsgesellschaft zur Stützung der italienischen Banken sei zum Greifen nah. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager werde dazu am Dienstag den italienischen Finanzminister Pier Carlo Padoan treffen. Thema seien die neuen Vorschläge aus Rom zu der geplanten Bad Bank, in die die Geldhäuser Problem-Darlehen auslagern sollen.

Padoan sprach am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos davon, dass sich die Gespräche gut entwickelten. Es gehe nun noch um den Preis für Staatsgarantien beim Verkauf fauler Kredite. Allerdings laufen die Verhandlungen schon fast ein Jahr. Bei der EU waren Italiens bisherige Pläne auf Ablehnung gestoßen, weil sie als unzulässige Staatshilfen gewertet wurden. Der überarbeitete Plan sieht laut Insidern vor, dass italienische Banken eine Option auf staatliche Garantien erhalten. Sie müssten sich diese aber zu Marktpreisen sichern, um Brüssel entgegenzukommen.

Die großen Probleme der italienischen Banken sind Ausdruck der schwachen Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren. An der Börse standen viele Geldhäuser zuletzt massiv unter Druck.

Im Fokus war dabei vor allem die krisengeplagte Traditionsbank Monte dei Paschi. Sie braucht nach eigenen Angaben allerdings keine weitere Finanzspritze. Dies sei nicht aktuell und auch nicht nach der Veröffentlichung neuer Geschäftszahlen nötig, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Massimo Tononi der Zeitung "Il Sole 24 Ore". Einem Insider zufolge will die Traditionsbank aus der Toskana bereits am 28. Jänner vorläufige Zahlen für 2015 bekanntgeben, früher als bisher geplant. Tononi sagte, das Ergebnis für die letzten drei Monate werde höher liegen als im dritten Quartal. "2015 sieht nach einem besseren Jahr aus als das vorherige."

Tononi ergänzte, das Geldhaus sei 2015 Problemkredite im Volumen von 2 Mrd. Euro losgeworden. Weitere 3,5 Mrd. Euro sollten bis 2018 abgestoßen werden. Befragt nach möglichen Zusammenschlüssen antwortete der Manager, die Bank prüfe "aktiv und konkret" ihre Optionen in Italien und im Ausland. In der Vergangenheit fehlte aber stets das Interesse der Konkurrenz.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

Newsticker

Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

Newsticker

Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

Newsticker

Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen