LKÖ will genauere Herkunftsangaben bei Supermarkt-Eigenmarken

Wien/Berlin (APA) - LKÖ-Chef Schultes betonte vor Journalisten, "dass die Qualitätspolitik die einzige Chance für die bäuerlichen Familienbetriebe ist, um auf Dauer Preise zu bekommen, die wir brauchen". Supermärkte sollten mehr zu Eigenmarken preisgeben. Im Rahmen ihrer "Gut zu Wissen"-Initiative pocht die Kammer in der Gemeinschaftsverpflegung und im Handel im Gegensatz zur Gastronomie auf eine Kennzeichnungspflicht.

Man wolle die Gastronomie nicht bevormunden. "Die Wirte sind unsere Freunde", sagte Schultes. Der Kunde entscheide im Gegensatz zu Kantinen in Krankenhäusern oder Kasernen selbst, wo er hingehe. Die Gastronomie würde ihr System selbst so weiterentwickeln, wie sie es brauche.

Schultes bekräftigte einmal mehr auch das Recht der Konsumenten, zu erfahren, woher die Lebensmittel stammen, die sie einkaufen. Hier fordert die Landwirtschaftskammer (LKÖ) mehr Angaben zur Herkunft bei den Eigenmarken der Supermärkte. "Da weiß man nicht, woher das kommt." Man befinde sich in Gesprächen, so der Kammerchef. Es gehe um die Angabe der Herkunft und des Herstellers.

Wegen des Klimawandels und der einhergehenden Wetterkapriolen forderte Schultes zudem einen neuen Anreiz zur Risikovorsorge für die Bauern, indem die Steuer auf Prämien für Elementarversicherungen abgeschafft werden soll. Dem Vernehmen nach ist der Finanzminister aufgeschlossen, denn bei der erweiterten Risikovorsorge der Hagelversicherung, in der sich Bauer und Staat die Prämie teilen, liefert sich der Staat für seinen Anteil selbst Steuer ab. Derzeit gehe es um ein bis drei Millionen Euro, so Schultes. Die Hoffnung wäre aber, dass mehr Bauern die Versicherung nutzen. Dann wäre die Summe höher.

Bauernbundpräsident Strasser thematisierte das geplante Freihandelsabkommen der EU mit Japan (JEFTA) und mit dem Mercosur-Raum Südamerikas. Während er beim Abkommen mit Japan "viele Chancen" ortet, ist er gegenüber den Plänen mit Mercosur skeptischer: "Einerseits werden die dortigen Produktionsstandards nicht unsere Erwartungen erfüllen. Anderseits könnten Produktgruppen - Zucker, Ethanol, Fleisch, Getreide - in die EU drängen, die wir hier nicht brauchen können." Bei einer Umsetzung brauche es ein großes Nachhaltigkeitskapitel wie bei CETA mit Kanada und strenge Kontingente bei den kritischen Produktgruppen, forderte Strasser. Es gehe um wirksame Schutzklauseln.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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