Lira-Krise - Österreichische Notenbank bietet Türkei ihre Hilfe an

Alpbach (APA) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bietet der türkischen Notenbank in der aktuellen Währungskrise ihre Hilfe an. "Es ist sicherlich keine einfache Situation, aber sie ist nicht unlösbar", sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny am Rande des Forum Alpbach. "Bei Bedarf sind wir bereit unsere Expertise einzubringen."

Die OeNB habe bei der "Vienna Initiative" mitgeholfen, "eine schwierige Situation" im Bankensektor in Osteuropa zu entschärfen. Ein ähnliches Vorgehen kann sich Nowotny auch für die Türkei vorstellen. Die "Vienna Initiative" sei ein "interessantes Modell", weil auch die Gläubigerbanken ins Boot geholt wurden.

Die Initiative schaffte es in der Wirtschaftskrise 2009 und danach die Finanzstabilität Mittel- und Osteuropas aufrecht zu erhalten. Vor allem multinationale Bankgruppen hatten zugesichert, ihr Engagement in der Region beizubehalten und ihre Töchterbanken unter Mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU zu rekapitalisieren.

Im Rahmen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind Österreich und die Türkei gemeinsam in einer Stimmrechtsgruppe. "Wir sind als Oesterreichische Nationalbank im guten Verhältnis mit der türkischen Notenbank", so Nowotny. Zur Währungskrise in der Türkei gebe es aktuell aber keine konkreten Gespräche.

Die türkische Lira hat seit Jahresbeginn 35 Prozent gegenüber dem Euro und 38 Prozent gegenüber dem Dollar abgewertet. In Folge der Lira-Krise sind die Renditen für türkische Staatsanleihen stark gestiegen.

Die OeNB hat ein "spezielles Monitoring" für die Deniz Bank und Vakif Bank implementiert, weil die beiden Institute einen türkischen Eigentümer und eine österreichische Bankenlizenz haben. Es gehe im Moment vor allem um ein Monitoring der Liquidität, sagte OeNB-Vize-Gouverneur Andreas Ittner. Bisher habe es aber "keine Auffälligkeiten gegeben.

Der österreichische Bankensektor hat vor allem wegen den Aktivitäten der Deniz Bank und Vakif Bank ein Exposure von 7,5 Mrd. Euro gegenüber der Türkei. Das Gesamtexposure aller österreichischen Sektoren liegt bei 9,5 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der spanische Bankensektor hat ein Exposure von knapp 71 Mrd. Euro gegenüber der Türkei, französische Institute rund 31 Mrd. Euro und italienische Banken rund 16 Mrd. Euro.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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