Leitl - Drei Angebote und drei Forderungen an neue Regierung

Wien (APA) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl hat drei Forderungen an die neue Regierung, macht aber im Gegenzug auch drei Angebote, worum sich die Kammer bemühen werde. Zugleich lobte Leitl die Regierungsverhandlungen am Donnerstag. Ein "halbes Dutzend" solcher Verhandlungen habe er erlebt, "dies ist die erste, wo nicht über zusätzliche Belastungen, sei es der Betriebe oder sei es der Menschen, diskutiert wird".

Er halte das für ein ermutigendes Zeichen, "dass man nicht schon wieder mit der Belastungskeule kommt", auch wenn viele Details noch nicht klar seien. Nun wolle er der Regierung "ein Gegengeschäft" vorschlagen. Die oberste Priorität der Unternehmen sei eine Senkung der Lohnnebenkosten, so Leitl unter Verweis auf den aktuellen Wirtschaftsbarometer, eine Umfrage unter 3.600 Unternehmen. Zweitens solle die Regierung Bürokratie abbauen und drittens in Digitalisierung investieren, denn ohne digitalen Anschluss seien Unternehmen heutzutage chancenlos.

Im Gegenzug will die Wirtschaftskammer dafür sorgen, dass Österreich bei der beruflichen Qualifikation "weltweit unter den Top-10 rangieren", dass es also gut ausgebildete Fachkräfte gibt. Zweitens will die Kammer Zugang zu Innovationen und "Wissensnetzwerken" ermöglichen. Und drittens soll die Internationalisierung vorangetrieben werden, vor allem außerhalb Europas. Dass derzeit die wirtschaftliche Lage gut ist, helfe bei Reformen.

Der Wirtschaftsbarometer habe wieder Indizien für einen bevorstehenden Fachkräftemangel geliefert. Die Kammer will die Berufe mit Fachkräftemangel, für die es sogenannte "Bildungspfade" zum Erwerb von nötigen Zusatzqualifikationen gibt, von 25 auf 100 erhöhen. Klar "überholt" sei die Einstellung, dass eine Facharbeiterausbildung ein zu geringes Sozialprestige hat. Man müsse allen ermöglichen, mit 19 sowohl eine höhere Schule als auch eine Berufsausbildung abzuschließen. Denn inzwischen wisse jeder, dass die AHS alleine keine Jobsicherheit bietet. Leitl verwies auch auf den Talentecheck für 13- bis 14-Jährige. Zuletzt lagen Österreichs Lehrlinge bei den Berufs-Weltmeisterschaften auf Rang 5 und bei den Europameisterschaften auf Rang 1, erinnerte Leitl.

Für den Zugang zu Innovationen hat die WKÖ bereits Abkommen mit Universitäten in den USA (Stanford, Harvard, MIT), in Asien (Seoul, Tokio, Singapur) und in Europa (ETH Zürich). Anfang Jänner soll ein Abkommen mit der Universität Karlsruhe folgen, und "uns schwebt vor" bezüglich Kreativität und Design einen Schwerpunkt zu setzen, indem Abkommen mit Instituten in Barcelona oder Mailand abgeschlossen werden, "damit wir auch in kreativen Dienstleistungen noch besser werden", so Leitl.

Schließlich soll die Außenwirtschaftsorganisation außerhalb Europas stärker werden, "ohne dass wir in Europa zusperren". Das sei durch eine bessere Schwerpunktsetzung und eine höhere Betreuungsintensität dank moderner Kommunikationsmittel möglich.

Ob und wie weit die WKÖ das künftig mit geringerem Budget bewerkstelligen muss, wollte Leitl nicht bewerten. "Ich kenne die Pläne (der Regierung) nicht, weil sie derzeit noch in Verhandlungen sind", sage er, aber er scheue sich nicht vor Kosteneinsparungen. Schließlich habe die Kammer bereits zwei große Sparrunden über die Bühne gebracht. "Allerdings wenn man willkürlich absenkt, dann wird irgendwo ein Punkt kommen, wo man auch Leistungen infrage stellen muss".

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht