Leitbörsen in Fernost schließen überwiegend im Plus

Tokio - Die Leitbörsen in Fernost haben am Montag trotz sehr schwacher Konjunkturdaten aus China überwiegend im Plus geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um minimale 2,17 Zähler oder 0,01 Prozent auf 19.905,46 Punkte.

Die Handelsplätze Chinas präsentierten sich hingegen sehr fest: Der Hang Seng Index in Hongkong legte um 743,95 Zähler (plus 2,73 Prozent) auf 28.016,34 Einheiten zu und der Shanghai Composite gewann 87,40 Punkte oder 2,17 Prozent auf 4.121,71 Punkte.

Die Märkte in Singapur und Sydney schlossen uneinheitlich: Der All Ordinaries Index in Sydney fiel 7,3 Zähler oder 0,12 Prozent auf 5.928,10 Einheiten. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.484,39 Zählern mit einem Plus von 12,01 Punkten oder 0,35 Prozent.

Schwache Zahlen kamen aus China: Dort sind die Exporte im März um 15 Prozent eingeknickt, die Importe rasselten auf ihr niedrigstes Niveau seit 2009 und der monatliche Handelsüberschuss ist auf seinem Tiefststand der vergangenen 13 Monate. Ein Analyst der Hongkong-Dependance der Royal Bank of Scotland konstatierte: "Es sind sehr schwache Zahlen, klar unter den Erwartungen. Das ist ein Warnsignal, sowohl für die globale Nachfrage, als auch Chinas Wettbewerbsfähigkeit."

Das tat der Partystimmung an den chinesischen Aktienmärkten jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Börse in Shanghai setzte einmal mehr ihren seit Sommer 2014 rasant verlaufenden Höhenflug fort, seit Juli hat der Shanghai Composite seinen Punktestand verdoppelt. Die inferioren Handelszahlen dürften wohl die Hoffnung der Investoren auf weitere staatliche Maßnahmen "zur Wachstumsstützung und -stimulierung" genährt haben, erklärten sich Börsianer die positive Resonanz der schwachen Daten.

Dementsprechend standen in Shanghai vor allem Finanz- und Industriewerte auf den Kauflisten. Sehr fest präsentierten sich mit einem Plus von über 10 Prozent die Papiere der China Merchants Bank. Das Geldhaus teilte mit, dass es bei einer Privatplatzierung an 8.500 Beschäftigte rund 6 Mrd. Yuan (knapp 1 Mrd. Dollar) einsammeln werde. Auch Industrial & Commercial Bank China rangierten mit plus 4,31 Prozent unter den größten Tagesgewinnern.

Schwächer verlief der Handel in Sydney, wo Aussagen des Premiers der Region Westaustralien, Colin Barnett, die schwergewichteten Minenwerte belasteten. Barnett rügte die Minenkonzerne dafür, dass sie die "verfehlte Strategie" verfolgen, ihren Output in einen bereits überversorgten Markt zu erhöhen. Die Unternehmen sollten lieber ihr Wachstum verlangsamen, forderte er.

Infolge fielen BHP Billiton um 2,39 Prozent und Rio Tinto um 2,79 Prozent. Auch eine Sektorabstufung durch die Analysten der US-Großbank Citigroup belastete die Bergbaukonzerne. Die Experten hatten ihr Rating für das Segment Metals & Minings von "Bullish" auf "Neutral" gekürzt und zahlreiche Aktien der Branche abgestuft.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma