Leitbörsen in Fernost schließen mit satten Gewinnen

Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch massive Gewinne verbucht. Positive Konjunktursignale aus den USA und die Hoffnung auf weitere chinesische Konjunkturhilfen beflügelten zur Wochenmitte die Kurse. Damit folgten sie der starken Wall Street und knüpften an ihre Vortagsgewinne an. Auch die überwiegend freundlichen Rohstoffpreise stützten die Kurse.

Der Nikkei-225 Index in Tokio stieg um satte 661,04 Zähler oder 4,11 Prozent auf 16.746,55 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 596,03 Zähler (plus 3,07 Prozent) auf 20.003,49 Einheiten. Der Shanghai Composite gewann sehr deutliche 116,51 Punkte oder 4,26 Prozent auf 2.849,68 Punkte und verbuchte damit laut Finanzinformationsdienst Bloomberg den stärksten Zuwachs seit November.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich tief in der Gewinnzone. Der Sensex 30 in Mumbai schloss bei 24.242,98 Zählern mit plus 463,63 Punkten oder 1,95 Prozent und verbuchte damit den stärksten Zweitagesgewinn seit Mai 2014. Der All Ordinaries Index in Sydney gewann 93,9 Zähler oder 1,88 Prozent auf 5.083,50 Einheiten.

Am Vortag nach dem Handelsschluss an Asiens Aktienmärkten hatte das amerikanische Handelsministerium überraschend deutlich gestiegene Bauausgaben berichtet. Zudem hellte sich die Stimmung in der schwächelnden US-Industrie im Februar den zweiten Monat in Folge und auch stärker als erwartet auf. Dass sich die US-Ratingagentur Moody's um Chinas Kreditwürdigkeit sorgt und damit die Landeswährung Yuan unter Druck setzte, ließ die Märkte kalt.

In Tokio profitierte der Nikkei-225-Index zusätzlich vom schwächeren Yen, der der wichtigen Exportindustrie des Landes zugutekommt: Die Papiere der Autobauer Mazda Motor und Honda Motor verbuchten jeweils mehr als sechsprozentige Kursaufschläge. Mitsubishi beschleunigten um 5,8 Prozent.

Für die Titel des Autobauers Toyota ging es nach starken US-Absatzzahlen für den Februar um dreieinhalb Prozent hoch. Die Aktien von Sharp gewannen mehr als zwei Prozent. Der angeschlagene Elektronikkonzern verhandelt mit Foxconn weiter über eine Übernahme durch den Auftragsfertiger.

Zu den größten Gewinnern in China gehörten Immobilienunternehmen und Rohstoffkonzerne, die besonders deutlich von Konjunkturstimuli der Regierung profitieren dürften. Die Papiere des zweitgrößten chinesischen Immobilienentwicklers, Poly Real Estate, gewannen den maximal möglichen Tagesgewinn von zehn Prozent.

In Indien schossen vor allem die Bankenaktien in die Höhe, nachdem die Zentralbank die Anforderungen gelockert hatte um die Kapitalausstattung der Finanzinstitute zu erhöhen. Die Papiere von State Bank of India und Bank of Baroda kletterten jeweils um mehr als acht Prozent in die Höhe.

Frankfurt (APA/Reuters) - Börsianer dürften in der neuen Woche bange Blicke nach Frankfurt werfen. Dort entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs und hat damit auch das Wohl und Wehe des Aktienmarktes in der Hand. Erwartungen, dass die Zentralbank bald die Zinsen erhöht, hatten den Euro zuletzt auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und den Dax zeitweise ausgebremst.
 

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EZB-Chef Draghi hält die Anleger in Atem

Bochum/Essen (APA/Reuters) - Thyssenkrupp-Gegner und -Befürworter haben sich anlässlich der Haufversammlung von Thyssenkrupp wegen der Zerschlagung des Mischkonzerns nichts geschenkt. Wie erwartet gab es scharfe Kritik von Investoren am Kurs von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der kein Freund einer Aufspaltung ist.
 

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Heftiger Schlagabtausch der Investoren auf Thyssen-HV

München (APA/Reuters) - Nach Schätzungen von Versicherungsmathematikern kommen auf die Assekuranz nach dem Orkan "Friederike" in Deutschland Zahlungen von rund 800 Mio. Euro zu. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die Kosten von Stürmen in Deutschland berechnet, erklärte Versicherungsmathematiker Onnen Siems am Freitag.
 

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"Friederike" verursacht 800 Millionen Euro Schaden