Leiharbeitsfirma Manpower buhlt um Flüchtlinge in Deutschland

Berlin - Ein großer Teil der Flüchtlinge könnte aus Sicht der Zeitarbeitsfirma Manpower viel früher eine Arbeit in Deutschland aufnehmen. "Wenn wir die Möglichkeit hätten, Flüchtlinge relativ schnell in Jobs zu bringen, das wäre doch sensationell - für alle", sagte Manpower-Chef Herwarth Brune der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Viele Flüchtlinge seien jung und brächten Fachkenntnisse mit.

Bis zur Anerkennung als Kriegsflüchtling oder politischer Flüchtling dürfen sie aber nur in wenigen Ausnahmefällen arbeiten, bei Leiharbeitsfirmen dürfen sie nicht anheuern. Manpower fordert, diese Vorgabe zu lockern. "Warum nicht schon anfangen, bevor das Verfahren entschieden ist?" Bei Syrern beispielsweise sei es sehr wahrscheinlich, dass ihr Asylverfahren angenommen wird.

"Also warum warten, bis das nach neun Monaten durch ist?", meinte Brune. Manpower sei bereit, sich in einem Pilotprojekt mit der Bundesagentur für Arbeit die Kosten für Sprachkurs und Eingliederungsmanagement zu teilen, wenn man die Flüchtlinge dann auch unter Vertrag nehmen dürfe.

Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in diesem Jahr mit 300.000 Asylanträgen, etwa die Hälfte mehr als 2014. "Es sind eine Million offene Stellen da, und da sind Menschen, die unsere Sozialsysteme belasten", sagte Brune. "Warum nicht gleich in Jobs bringen? Dann stehen sie nicht auf der Straße, sind produktiv, steigern ihr Selbstwertgefühl und tragen zu den Steuereinnahmen bei - das ist alles Win-Win-Win."

Nach Angaben der Bundesagentur hat etwa jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluss, etwa jeder dritte bringt einen Abschluss mit, der dem deutschen Facharbeiter entspricht. Zeitarbeitsfirmen trifft der Fachkräftemangel besonders, weil viele sich lieber direkt bei einem Unternehmen unter Vertrag nehmen lassen.

"Alle die kommen, wollen Geld verdienen, sie wollen keine Almosen", sagte Brune über die Flüchtlingsströme. "Wir sollten froh sein um jeden, der nach Deutschland kommen will."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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