Lage für Drucker sowie Buch- und Medienbetriebe bleibt schwierig

Innerhalb der sonst guten Wirtschaftsentwicklung in der Dienstleistungsbranche bleiben Drucker sowie Buch- und Medienbetriebe die negativen Ausreißer. Die Druckerbranche hat sich seit 2009 auf rund 1.840 Firmen mehr als halbiert. Erst kürzlich wurde ein heimischer Traditionskonzern, die zur Leykam Medien AG zählende burgenländische Leykam Let's Print Holding, zur Gänze an Briten verkauft.

Auch in der Buch- und Medienbranche ist die Zahl der Betriebe seit Jahren rückläufig und lag im März bei 3.546. Vor zehn Jahren zählte die Branche noch mehr als 4.000 Unternehmen.

Doch während sich der Buchhandel im wettbewerbsintensiven Umfeld rund um Amazon und E-Books weitgehend stabilisiert habe, sei der Umbruch in der Verlagsbranche und unter den Medien noch lange nicht abgeschlossen, sagte der Obmann der Sparte Information und Consulting, Robert Bodenstein, am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Die Folge sind deutlich weniger hohe Umsatzzuwächse als in anderen Bereichen der Dienstleistungsbranche, geringere Investitionsvorhaben und Personalplanungen.

Zur Bundessparte Information und Consulting zählen neben Finanzdienstleistern unter anderem auch Unternehmensberater, Ingenieurbüros, Drucker, Abfallwirtschaft, Buch- und Medienbetriebe sowie Versicherungsmakler.

Die meisten Betriebe haben die Bereiche Unternehmensberatung und IT (60.455), Werbung (28.000), Immobilien- und Vermögenstreuhänder (9.800) und Finanzdienstleistung (8.245). Die Finanzdienstleistungsbranche geriet nach Ausbruch der Wirtschafts-und Finanzkrise im Jahr 2008 massiv unter Druck. Davor (2007) betrug die Zahl der Betriebe noch rund 14.850 Unternehmen. Sprunghaft angestiegen ist dagegen die Zahl der Firmen im Bereich Unternehmensberatung und IT von rund 41.000 Betrieben im Jahr 2006 auf knapp 60.500 zuletzt. Dazu dürfte auch die Auslagerung von IT-Dienstleistungen beigetragen haben.

Die in Summe zehn Fachbereiche der Dienstleistungsbranche setzten im Vorjahr real 5,1 Prozent mehr um als im Jahr 2014 und entwickelten sich damit besser als die Wirtschaft insgesamt oder andere Branchen wie Handel oder Handwerk und Gewerbe. Innerhalb der Sparte gibt es aber große Unterschiede: Während sich Immobilien- und Vermögenstreuhänder (+6,1 Prozent), Unternehmensberater und IT-Dienstleister (+6,0 Prozent) sowie Versicherungsmakler (+5,5 Prozent) über dem Branchenschnitt entwickelten, lagen Firmen aus der Werbebranche (+3,3 Prozent), Buch- und Medienwirtschaft (+3,2 Prozent) sowie Drucker (+2,1 Prozent) deutlich darunter.

"Wir arbeiten unter Rahmenbedingungen, die nicht immer ideal sind", sagte Bodenstein. Die Branche beklage vor allem in den Bereichen IT und Werbung einen Fachkräftemangel. Zudem werde bei Werkverträgen mit "Anstellungen wider Willen" das "Recht auf Selbstständigkeit" genommen.

Die Mehrheit der Betriebe der Sparte Information und Consulting sind Ein-Personen-Unternehmen, insgesamt beschäftigt die Sparte rund 200.000 Personen. Die Exportquote der Dienstleister ist mit 14,2 Prozent vergleichsweise gering, aber seit Jahren relativ stabil. Am meisten exportieren Unternehmensberater, Buchhalter und IT-Dienstleister (19,2 Prozent Exportquote), Buch- und Medienwirtschaft (17,2 Prozent) und Drucker (16 Prozent), am wenigsten Immobilien- und Vermögenstreuhänder (4,9 Prozent), Abfallwirtschaft (4,7 Prozent) und Versicherungsmakler (1,2 Prozent).

Die Investitionen sind im Vorjahr stabil bei 6 Prozent des Gesamtumsatzes gelegen. Am meisten Geld nahmen Abfallwirtschaft, Unternehmensberater, Buchhalter, IT-Dienstleister sowie Ingenieurbüros in die Hand, am wenigsten Drucker, Finanzdienstleister, Werbung und Buch- und Medienwirtschaft.

Der Trend aus dem Jahr 2015 setzt sich auch 2016 fort. Betriebe aus der Buch- und Medienbranche sowie Drucker sind hinsichtlich Auftragslage, künftiger Umsatzerwartung und Personalplanung deutlich pessimistischer als andere Branchen, ergab eine Befragung der KMU Forschung Austria unter in Summe fast 2.000 Unternehmen. Am besten wird die Auftragslage von Immobilien- und Vermögenstreuhändern, Versicherungsmaklern sowie Unternehmensberatern und IT-Dienstleistern beurteilt. Dementsprechend sind auch die Umsatzerwartungen für das heurige Jahr in diesen Branchen am höchsten. Am meisten Personalbedarf haben aber Versicherungsmakler, Finanzdienstleister und Firmen aus der Werbebranche.

Wien (APA) - Die Chefs der heimischen Luxushotels rechnen heuer im Winter mit besseren Geschäften als im Vorjahr. Fast die Hälfte (45 Prozent) erwartet in der Saison 2017/18, die Anfang November startete, mehr Nächtigungen - 2016/17 war nur ein gutes Drittel (34,5 Prozent) so zuversichtlich. Einen Rückgang befürchten gut 10 Prozent - vor einem Jahr waren es noch 29 Prozent, geht aus einer ÖHV-Umfrage hervor.
 

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Spitzenhoteliers gehen optimistischer in die Wintersaison als 2016/17

Berlin (APA/dpa) - Die Auto- und die Computerindustrie müssen nach Einschätzung von Experten der deutschen Regierung in den nächsten Jahren nicht um eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Rohstoff Lithium bangen. Das für viele Elektroauto-Batterien oder Smartphone-Akkus unerlässliche Leichtmetall dürfte bis 2025 ohne größere Probleme verfügbar sein.
 

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Kein Engpass an E-Rohstoff Lithium bis 2025

Paris (APA/dpa) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in Großbritannien eine Verbesserung der beruflichen Ausbildung eingemahnt. Obwohl es im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung mit einer rekordhohen Beschäftigung gebe, bleibe die Produktivität der britischen Arbeitnehmer nach wie vor schwach.
 

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OECD warnt vor Verschärfung des Fachkräftemangels in UK