Korruptionsskandal: Samsung-Chef Kwon tritt zurück

Seoul (APA/AFP) - Als Konsequenz aus dem Korruptionsskandal bei Samsung gibt Konzernchef Kwon Oh-hyun seinen Posten bei dem südkoreanischen Technologie-Giganten auf. Angesichts der "beispiellosen" Krise sei es Zeit für einen Neustart mit einer jüngeren Unternehmensführung, begründete Kwon am Freitag in Seoul seine Rücktrittsankündigung.

Zugleich prognostizierte Samsung einen Rekord-Quartalsgewinn von umgerechnet 10,8 Milliarden Euro, der vor allem auf das boomende Geschäft mit Halbleitern zurückgehen dürfte.

Mit einem "neuen Geist und einer neuen Führung" sei der Konzern besser für die kommenden Herausforderungen in der "sich schnell wandelnden IT-Branche" gerüstet, begründete Kwon seine Rücktrittsabsicht. Schließlich gelte es eine "beispiellose Krise" zu meistern.

Im August war der Erbe des Samsung-Imperiums und De-facto-Chef, Lee Jae-yong, wegen Bestechung, Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen und Meineids zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Verfahren gegen Lee steht im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun-hye: Samsung soll Bestechungsgelder an Parks damalige Vertraute Choi Soon-sil gezahlt haben. Lee wie auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein.

Kwon verwies in seiner Rücktrittsankündigung darauf, dass Samsung dennoch derzeit wirtschaftlich blendend da stehe. "Glücklicherweise fährt das Unternehmen jetzt seine besten Ergebnisse überhaupt ein, aber das ist vornehmlich das Ergebnis von Entscheidungen und Investitionen in der Vergangenheit", erklärte Kwon.

Samsung teilte mit, dass für das dritte Quartal mit einem Rekordgewinn von 14,5 Billionen Won (10,8 Milliarden Euro) rechnet. Damit würde das Unternehmen den Gewinn im Vorjahreszeitraum von 5,2 Billionen Won nahezu verdreifachen. Die Verkaufszahlen bei Samsung sind den Schätzungen zufolge in einem Jahr um 29,65 Prozent auf 62 Billionen Won gestiegen.

Zu den Zahlen seiner einzelnen Sparten machte Samsung am Freitag keine Angaben. Angesichts des derzeitigen weltweiten Booms von Halbleitern gehe er aber davon aus, dass allein diese Sparte rund zehn Billionen Won Profit eingefahren habe, sagte der Analyst Kwon Sung-ryul von Dongbu Securities der Nachrichtenagentur AFP. Auch steigende Verkaufszahlen der Samsung-Smartphones Galaxy S8 und Galaxy Note 8 dürften Analysten zufolge zu dem Rekordergebnis beitragen.

Nach Angaben der Datenbank Yonhap Infomax, die sich auf die Analysen von 21 Firmen für Wertpapierhandel stützt, dürfte Samsung seinen Gewinn im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 74 Prozent auf 16 Billionen Won steigern.

Der Mischkonzern Samsung Electronics, unter anderem größter Smartphone-Hersteller der Welt, ist für ein Fünftel der südkoreanischen Wirtschaftsleistung verantwortlich.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne