Konsumentenschutz-Kritik an Importgänsen aus bedenklicher Herkunft

Linz (APA) - Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich üben Kritik an Importgänsen, die rund um Martini Hochsaison haben. Denn 90 Prozent davon kämen aus Ländern mit extrem niedrigen Tierschutzstandards. Konsumentenschützer und Landwirtschaftskammer empfahlen deshalb in Presseaussendungen am Mittwoch heimische Weidegänse.

Laut Konsumentenschützern ist die Zwangsmast von Gänsen für die Produktion von Stopfleber in Bulgarien, Ungarn, Spanien, Frankreich und Belgien nach wie vor erlaubt. Auch das Rupfen lebendiger Tiere für Daunenprodukte sei in China oder Osteuropa noch immer weit verbreitet. In Österreich ist beides zwar seit Jahren verboten, der Import solcher Ware allerdings nicht.

Sie empfehlen deshalb so wie die Landwirtschaftskammer den Kauf von Weidegänsen - ein Projekt von österreichweit 250 Landwirten. Für jedes dieser Tiere müssen mindestens zehn Quadratmeter auf einer Weide zur Verfügung stehen, bei Bio-Weidegänsen müssen es mindestens 15 Quadratmeter sein, auch das Getreidefutter ist zertifiziert. Die heimischen Tiere mit Auslauf haben durch langsameres Wachstum - 20 statt zwölf Wochen bei den Importgänsen - dunkleres, fettärmeres Fleisch. Sie haben einen geringeren Bratverlust und gelten als geschmackvoller, stimmen die Konsumentenschützer mit der Landwirtschaftskammer überein. Käufer sollten auf das Etikett der angebotenen Ware achten. Konventionelle Weidegänse kosten ab Hof circa elf bis zwölf Euro pro Kilo, Biogänse 13 bis 15 Euro.

Die Weidegansbauern produzieren allerdings pro Jahr nur rund 42.000 Tiere. Die gesamte heimische Erzeugung erreicht insgesamt 120.000 Gänse. Der Selbstversorgungsgrad variierte in den vergangenen Jahren zwischen 15 und 22 Prozent. Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von rund 0,2 Kilogramm essen die Österreicher durchschnittlich einmal pro Jahr ein Gänsegericht - vor allem rund um den Martinitag oder zu Weihnachten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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