Konjunkturstimmung wird schlechter - Experten sehen keinen Einbruch

Wien/Mailand (APA) - In Österreich leidet die Konjunkturstimmung bereits unter einer Verschlechterung des Exportumfelds. Das spürt die Industrie, deren Geschäftseinschätzung im Oktober auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen ist. Trotz zunehmender Unsicherheiten zeichnet sich für die kommenden Monate aber kein wirtschaftlicher Einbruch ab, betont der Chefökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer.

Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ist im Oktober auf 3,5 Prozent gesunken, übertreffe aber weiter den langjährigen Schnitt. Das zeige, dass der heimische Konjunkturmotor noch rund und mit hoher Drehzahl laufe.

Der Höhepunkt des laufenden Konjunkturzyklus sei jetzt aber überschritten. Dennoch liege die Wirtschaftsdynamik in den Augen der Bank-Ökonomen in Österreich weiter über dem Potenzialwachstum, das sie auf rund 1,7 Prozent taxieren. In den einzelnen Wirtschaftsbereichen ist die Stimmung freilich sehr unterschiedlich: Einer ungebrochenen Hochform der Bauwirtschaft und dem erneuten Anstieg im Dienstleistungssektor stand im Oktober ein Rückgang in der Industrie gegenüber.

Nach dem sehr starken Anstieg des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) Anfang 2018 war in den folgenden zwei Quartalen die Wirtschaftsdynamik klar schwächer. Vor allem wegen des nachlassenden Rückenwinds durch den globalen Handel. Zwar habe sich die protektionistische Handelspolitik der USA für Österreich bisher nur in Zöllen auf einige wenige Produkte niedergeschlagen. Doch die Verunsicherung und Sorge um eine Eskalation der Handelsspannungen zwischen den USA und China haben die globale Nachfrage zu beeinträchtigen begonnen. Das habe auch in Österreich eine nachlassende Exportdynamik verursacht, schreibt die Bank. Das schwächere Abschneiden der heimischen Wirtschaft in den beiden vergangenen Quartalen war allerdings auch auf - zwischenzeitliche - Produktions- und Auslieferprobleme der internationalen Autoindustrie in Zusammenhang mit neuen Abgastests zurückzuführen. Das spürten die heimischen Zulieferer.

Für das Schlussquartal 2018 wird von den Ökonomen nun sogar eine leichte Wachstumsbelebung im Vergleich zu den beiden Vorquartalen erwartet. "Zum Jahresende erwarten wir wieder etwas mehr Rückenwind für die österreichische Wirtschaft als im Frühjahr und im Sommer. Mit einem BIP-Anstieg um 0,5 Prozent zum Vorquartal wird sich im Jahresvergleich ein Plus um mehr als 2 Prozent ergeben", schätzt Bruckbauer. "Für das Gesamtjahr 2018 gehen wir damit von einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent aus." Damit werde das Wirtschaftswachstum 2018 über dem kürzlich revidierten Wert von 2,6 Prozent aus 2017 liegen und den Höhepunkt des laufenden Konjunkturzyklus markieren.

2019 wird das Wirtschaftswachstum nach vier Jahren erstmals wieder unter 2 Prozent gesehen. Etwas schwächer als bisher fällt die Unterstützung durch die Inlandsnachfrage aus. Die Bank Austria rechnet mit 1,9 Prozent. Zugleich räumte sie ein, dass der Rückgang des Jahreswachstums gegenüber 2018 durch einen statistischen Effekt, den sogenannten statistischen Überhang, überzeichnet sein werde. Tatsächlich werde die österreichische Wirtschaft die derzeitige Wachstumsdynamik im Quartalsvergleich fast unverändert beibehalten, vermutet die Bank.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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