Kommunalkredit sammelt seit heute erstmals private Spargelder ein

Wien (APA) - Die vor zwei Jahren privatisierte Kommunalkredit Austria sammelt jetzt auch Einlagen von privaten Sparern ein. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bank. Und es geht um reine Onlinekonten. Seit heute, Mittwoch, werden private Kundeneinlagen auf der Onlineplattform "kommunalkreditinvest.at" in Österreich entgegengenommen. Für den deutschen Markt ist die Freischaltung noch heuer geplant.

Die Kommunalkredit Austria ist der "gesunde" Teil der alten Kommunalkredit, die nach der Notverstaatlichung Ende 2008 zerteilt werden musste. Der "Abbauteil" liegt in der (weiterhin staatlichen) Abbaufirma KA Finanz. Ein britisch-irisches Konsortium rund um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider hat im September 2015 die wesentlichen Teile der "Good Bank", die Kommunalkredit Austria, übernommen.

Bisher war diese Bank eine Spezialbank für kommunale und Infrastruktur-Finanzierungen. Sie hat aber auch Kundeneinlagen aufgebaut, die jedoch noch nicht von Privaten stammten. Zur heurigen Jahresmitte wurde der Einlagenstand mit 550 Mio. Euro beziffert, großteils aus dem kommunalen Bereich, wo öffentliche bzw. öffentlichkeitsnahe Einleger über die Online-Veranlagungsplattform "kommunalkreditdirekt.at" vor allem ihre Überschussliquidität veranlagten.

Im rund 138 Mrd. Euro schweren heimischen privaten Spareinlagenmarkt rechnet sich die Kommunalkredit jetzt gute Marktchancen aus. Nicht nur wegen der - bei "Neueröffnungen" üblichen - lockenden Einstiegskonditionen. "Wir treten mit der privaten Veranlagungsmöglichkeit in einen reifen Markt ein, der noch sehr stark wachsen wird", sagte Bankchef Alois Steinbichler mit seinem Vorstandskollegen Wolfgang Meister am Mittwoch in Wien. Anders als andere "normale" Retailbanken müsse man für die Onlineschiene auch keine alten Systeme ersetzen.

Im Anlagespektrum hat die Kommunalkredit Austria vor allem Summen zwischen 10.000 und 500.000 Euro im Visier. Ab 10.000 Euro gibt es für die erste Zeit für Taggeld 1,11 Prozent "Servus-Zins" p.a. fix für vier Monate, danach eine automatische Standardverzinsung von 0,51 Prozent. 1,11 Prozent Zinsen zahlt die Bank auch für eine Laufzeit von drei Jahren - wieder ab 10.000 Euro. Für Summen darunter sind es bei drei Jahren (Festgeld) 0,76 Prozent. Ziel sei auch nach dem Markteintritt unter den drei Onlinebanken mit den höchsten Zinsen zu liegen, hieß es heute. Die Bank gehört der gesetzlich verankerten Einlagensicherung der Banken an, die Einlagen bei der Kommunalkredit Invest bis zu 100.000 Euro pro Kunde absichert.

Mit dem Geld der Einleger sollen regionale und kommunale Infrastrukturprojekte mitfinanziert werden, wie Schulen, Spitäler, Pflegeheime, Windparks, Solaranlagen, Abfallverwerter oder Verkehrsprojekte. Wieviel Geld die Bank jetzt bei privaten Sparern einsammeln will, wurde heute nicht verraten. Die Vergabe von Privatkrediten ist kein Thema, zumindest im Augenblick nicht. Eine volle Direktbank wird es unter dem Dach der Kommunalkredit also nicht geben. Überlegt wird indes, künftig einmal Investmentprodukte anzubieten, die direkten Zugang zu einzelnen Infrastrukturprojekten vermittelten, also private Anleger mit Infrastrukturprojekten zusammenzuspannen.

Im ersten Halbjahr 2017 hat die Kommunalkredit Austria 14 Infrastrukturvorhaben in sieben Ländern (Finanzierungsvolumen: 325 Mio. Euro) abgeschlossen; darunter Krankenhäuser, Pflegeheime und Energieprojekte.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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