Kommunalkredit hat Geschäft 2017 deutlich ausgeweitet

Wien (APA) - Die 2015 wieder privatisierte, auf Infrastrukturfinanzierungen spezialisierte Kommunalkredit Austria hat 2017 ihr Geschäft deutlich ausgeweitet. Das Neugeschäft betrug 635 Mio. Euro, die Kundeneinlagen haben sich auf 644 Mio. Euro verdreifacht, sagte Firmenchef Alois Steinbichler am Mittwoch bei der Ergebnispräsentation.

Von seinen Wurzeln als österreichischer Gemeindefinanzierer hat sich die Bank, deren faule Kredite und Risikopapiere in die Bad Bank KA Finanz abgespalten wurden, deutlich entfernt: Über 90 Prozent des Geschäfts wird jetzt im Ausland gemacht, in Österreich lag das Volumen neuer Projekte nur bei etwa 50 Mio. Euro, so Steinbichler. Die von der Kommunalkredit angebotene Finanzierung sei im Ausland weiter verbreitet als in Österreich, wo es aber noch großes Wachstumspotenzial gebe.

Die Kommunalkredit ermögliche Finanzierungen, bei denen private Betreiber das Risiko übernehmen. Dadurch falle der offene Betrag nicht unter die Maastricht-Verschuldung. Steinbichler will ausdrücklich nicht entscheiden, ob private oder die öffentliche Hand der bessere Investor seien, auch gehe es nicht zentral darum, dass Projekte billiger werden. Mit diesem Modell könnten aber manche Investitionen zustande kommen, die sonst nicht möglich wären, sagt Steinbichler.

Allerdings seien diese Finanzierungswege einerseits in Österreich zu wenig bekannt, andererseits seien Einzelprojekte oft zu klein dafür. Lohnen würde es sich erst ab rund 20 Mio. Euro. Möglich wären Projekte, wenn etwa mehre Schulen oder mehrere Wasserschutzprojekte zusammengefasst werden. In Österreich sei die Kommunalkredit derzeit beim Glasfaserausbau "in vielen Nachdenkprozessen sehr engagiert", so Steinbichler.

Die Kommunalkredit hat für 2017 18,1 Mio. Euro Gewinn nach Steuern ausgewiesen. Im Jahr davor waren nach dem Rückkauf von Anleihen 49 Millionen Euro Gewinn in den Büchern gestanden, davon waren 15 Mio. Euro operativer Gewinn gewesen. Heuer soll der Gewinn "bei steigendem operativen Ergebnis und rückläufigen außerordentlichen Erträgen" wieder steigen. Gut hat die Kommunalkredit mit Gebühren (arrangement fees) verdient, hier flossen 10 Mio. Euro. Da sie erst mit der Laufzeit als Gewinn verbucht werden, freut sich Steinbichler auf gesicherte Gewinnbeiträge in den nächsten Jahren: "Wir haben gute acht Millionen im Köcher, ... das ist keine unangenehme Position, würde ich sagen."

Auch auf die Dividende schlägt die Veränderung durch: Hatte es für die Eigentümer, ein britisch-irisches Konsortium rund um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider, im Vorjahr noch 32 Mio. Euro gegeben, werden es heuer 11,5 Mio. Euro sein. Das Kernkapital ist auf 23,5 Prozent (von 25 Prozent) zurückgegangen, das liege am Geschäftsmodell, mittelfristig sei eine weiterer Rückgang auf 15 Prozent geplant, so Steinbichler. Kreditausfälle gab es 2017 keine.

Mit Erreichen des 65. Lebensjahres hat Steinbichler auch die Weichen für seine Nachfolge gestellt. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde Bernd Fislage (53) als Co-CEO bestellt. Fislage ist seit Februar 2017 an Bord der Kommunalkredit, er war davor unter anderem bei der Deutschen Bank für Finanzierung von Infrastrukturprojekten zuständig. Steinbichlers Vorstandsvertrag läuft noch bis Jahresende.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor