Koalition: Hofer möchte Infrastrukturminister werden

Wien (APA) - ÖVP und FPÖ haben am Donnerstag einen Ausblick auf ihre Vorhaben im Bereich Verkehr und Infrastruktur geliefert. Präsentiert wurde eine Reihe von Ankündigungen, von schnelleren Genehmigungsverfahren bis zur Förderung von Elektroautos. Konkrete Details, insbesondere zur Finanzierung, blieben aber offen. Norbert Hofer von der FPÖ bestätigte zudem sein Interesse am Job des Infrastrukturministers.

Hofer betonte zwar, dass über das Bundesministeriengesetz (also die genaue Organisation der Ministerien) erst zum Schluss gesprochen werden soll - und erst danach darüber, wer welches Ministerium besetzen wird. Angesprochen auf sein kolportiertes Interesse am Job des Infrastrukturministers bestätigte der Freiheitliche jedoch: "Es ist zweifellos ein Bereich, der mich sehr interessiert."

ÖVP-Verhandler Gernot Blümel kündigte gleich eingangs eine "Beschleunigung von Prüfverfahren bei Infrastrukturprojekten" an. Man müsse vorrangige öffentliche Interessen festschreiben, um Projekte wie die Dritte Start- und Landebahn am Flughafen Wien oder den Wiener Lobau-Tunnel rascher umsetzen zu können. Denn hier gehe es um Arbeitsplätze und darum, Österreich als Verkehrs-Drehkreuz zu positionieren.

Dementsprechend bekennen sich die Koalitionspartner in Spe in ihrem Verhandlungspapier zur Beteiligung Österreichs am chinesischen Bahnprojekt der "Neuen Seidenstraße" und an der Verlängerung der russischen Breitspurbahn nach Wien. Ebenso zum Infrastrukturausbau der ÖBB. Welche Summen man hier investieren möchte, bleibt aber offen.

Auch sonst geizten ÖVP und FPÖ am Donnerstag mit konkreten Details. So kündigte Hofer ein besseres Fördersystem für Elektro-Autos an, sowie steuerliche Anreize für emissionsarmes oder emissionsfreies Fahren. Bei der Frage, um welche Anreize es konkret geht, vertröstete Hofer allerdings auf das noch ausstehende Steuer-Kapitel der schwarz-blauen Verhandler. Aktuell ist ja u.a. die Normverbrauchsabgabe für neue Autos nach dem CO2-Ausstoß gestaffelt.

Ausbauen will Hofer auch die Ladeinfrastruktur für Elektro-Autos, und zwar unter Beteiligung von Privatunternehmen, wie es in der schriftlichen Unterlage heißt. Konkrete Ziele werden nicht genannt. Auch die "schrittweise Dekarbonisierung" des Autoverkehrs findet sich in der Unterlage ohne konkretes Zieldatum. Frankreich hat zuletzt angekündigt, den Verkauf von Benzin- und Dieselmotoren ab 2040 verbieten zu wollen, Norwegen bereits 2025.

Beim öffentlichen Verkehr bekennen sich ÖVP und FPÖ sowohl zum Ausbau im städtischen Bereich als auch zum Erhalt der Nebenbahnen. Hier erwartet Hofer aber eine Kofinanzierung der Bundesländer, mit denen auch ein einheitlicher Rahmenplan für strategische Infrastruktur ausgehandelt werden soll.

Zur Verfahrensbeschleunigung kündigen ÖVP und FPÖ an, bei der Umsetzung von EU-Vorgaben auf die Mindeststandards zurückzugehen ("gold plating beseitigen") und "willkürliche Verschleppungen" zu verhindern, indem nachträgliche Beweisanträge untersagt werden. Kommen soll auch das von der Industriellenvereinigung geforderte "Standortentwicklungsgesetz". Und auch die zuletzt gescheiterte "Staatszielbestimmung" zur Förderung von Beschäftigung und Wirtschaftsstandort soll nun kommen.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018