Knorr-Bremse kommt gut an der Börse an

Frankfurt/München (APA/Reuters) - Aufatmen bei Knorr-Bremse: Trotz der vorübergehenden Talfahrt an den Aktienmärkten hat das deutsche Traditionsunternehmen einen erfolgreichen Einstand an der Frankfurter Börse gegeben. Der erste Kurs lag mit 80,10 Euro knapp über dem Ausgabepreis, dann stiegen die Aktien um mehr als zwei Prozent bis auf 81,71 Euro.

Auf dem Parkett stand zunächst ein Mann im Mittelpunkt, der als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats offiziell gar keinen Einfluss mehr auf Knorr-Bremse hat: Der 77-jährige Heinz Hermann Thiele läutete die Börsenglocke als erster - erst dann übernahm sie Vorstandschef Klaus Deller. Thiele und seine Tochter nehmen mit dem Börsengang 3,9 Mrd. Euro ein. "Als Mehrheitsaktionär werde ich weiterhin Kontinuität und Stabilität gewährleisten", versprach er.

Das Unternehmen und die begleitenden Investmentbanker hatten um den Erfolg des Börsengangs gebangt, weil sich die Märkte in den vergangenen Tagen wacklig zeigten und in ganz Europa mehrere Börsenkandidaten das Handtuch warfen. Die Aktien des Online-Möbelhändlers Westwing gingen nach dem Börsendebüt am Dienstag in die Knie und lagen am Freitag 9 Prozent unter dem Ausgabepreis.

Sicherheitshalber hatte Knorr-Bremse die Zeichnungsfrist um einen Tag verkürzt und die Bücher noch rechtzeitig geschlossen, ehe die Börsen in die Knie gingen. "Man kann mit dem Börsengang sehr zufrieden sein, gerade angesichts der Schwankungen an den Märkten in den vergangenen Tagen", sagte Patrick Frowein von der Deutschen Bank zu Reuters. "Die großen institutionellen Anleger haben verstanden, dass sie sich hier ein Stück 'Made in Germany' ins Depot legen konnten." Die Emission sei mehrfach überzeichnet gewesen, sagte Frowein. Privatanlegern wurden weniger als ein Prozent der Aktien zugeteilt.

Vorstandschef Deller und seine Kollegen hatten sich laut dem Börsenprospekt verpflichtet, Aktien für 3,15 Millionen Euro zu zeichnen. "Mit der erfolgreichen Notierung sind wir noch besser positioniert, um wichtige Zukunftsthemen zu besetzen", erklärte Deller. Er hat - abhängig von der weiteren Kursentwicklung - nun Anspruch auf einen Bonus von bis zu 1,6 Millionen Euro. Frisches Geld kommt bei Knorr-Bremse allerdings nicht in die Kasse, der Erlös geht vollständig an die Familie Thiele.

Heinz Hermann Thiele, laut "Manager Magazin" der siebtreichste Deutsche, will mit dem Börsengang sein Vermächtnis sichern. Er war 1986 bei dem damals angeschlagenen Unternehmen eingestiegen und hatte es zum Weltmarktführer bei Zug- und Lkw-Bremsen gemacht. Als Geschenk überreichte Thiele Börsen-Chef Theo Weimer eine Scheibenbremse, die nun Platz auf dessen Schreibtisch finden soll.

Knorr-Bremse ist der zweitgrößte Börsengang des Jahres in Deutschland. Mehr hatte mit 4,2 Mrd. Euro nur die Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers erlöst. Mit bisher 13 Börsenneulingen im streng regulierten Prime Standard und einem Emissionsvolumen von rund 11,3 Mrd. Euro zeichnet sich das beste Jahr für Börsengänge in Deutschland seit dem Boom am Neuen Markt ab. Am Freitag machte die Deutsche Familienversicherung (DFV) ihre Börsenpläne für den November öffentlich.

London (APA/Reuters) - Der Haushaltsstreit von Italien mit der EU-Kommission bremst am Geldmarkt die Spekulationen auf eine EZB-Zinserhöhung. Mittlerweile wird erst für Oktober 2019 damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen ihrer Schlüsselzinsen anhebt. Die Chancen für einen Schritt um zehn Basispunkte bereits im September 2019 werden dagegen inzwischen als deutlich niedriger angesehen.
 

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Erster EZB-Zinsschritt 2019 wegen Italien-Streits später erwartet

Bangalore/Santa Clara (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der Chiphersteller Micron Technology Inc kauft seinem Partner Intel dessen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen IM Flash Technologies ab. Dafür lege Micron Techology rund 1,5 Milliarden Dollar (1,30 Mrd. Euro) in bar auf den Tisch, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Micron kauft Intel-Anteil an Joint-Venture IM Flash Technologies

Peking/Washington (APA/dpa) - Vor dem Hintergrund des Handelskrieges mit den USA ist Chinas Wachstum unerwartet stark zurückgegangen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft wächst so langsam wie seit Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise nicht mehr.
 

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Chinas Wachstum fiel unerwartet stark - Niedrigster Stand seit 2009