Abdullah-Zentrum: Kritik von ÖVP und SPÖ Klubchefs

Wien (APA) - Nach neuerlicher scharfer Kritik der Grünen wird auch aus ÖVP und SPÖ die Skepsis gegenüber dem von Saudi-Arabien finanzierten Abdullah-Zentrum in Wien lauter. SPÖ-Klubchef Andreas Schieder sagte dem "Standard" vom Montag, im Parlament werde es gegen eine Regierungs-Initiative zur Schließung des Zentrums keinen Widerstand geben. Er könne "keinen Sinn in dem Zentrum erkennen".

Das Abdullah-Zentrum ist dem interreligiösen Dialog verschrieben, im Gründerland Saudi-Arabien ist die Ausübung anderer Religionen als dem Islam aber verboten. Am Freitag gab es international Entsetzen über die Bestrafung des Bloggers Raif Badawi mit 1.000 Peitschenhieben für islamkritische Äußerungen. Abgeordnete der Grünen hatten deswegen vor dem Wiener Zentrum, dass nach dem saudischen König Abdullah benannt ist, am Freitag eine Mahnwache abgehalten.

Schieder zeigte sich nach Angaben des "Standard" verärgert über Angaben aus dem Umfeld von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP). Im Büro des Ministers wollte man laut dem Blatt das Zentrum nämlich nicht explizit verteidigen, aber auch keine Schritte in Richtung eines Ausstiegs setzen. Die Finanzierung für das Abdullah-Zentrum laufe bis Ende 2015. Wenn Österreich früher aussteigen möchte, brauche es dazu einen entsprechenden Beschluss des Nationalrats, hieß es demnach im Ministerium.

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka, der bei der Eröffnung des Zentrum Staatssekretär im Außenministerium war, hofft nach Angaben der Zeitung auf den nächsten Botschafter Saudi-Arabiens in Wien. Dieser solle auch im eigenen Land auf interreligiösen Dialog dringen, denn das Zentrum müsse "auch in Saudi-Arabien etwas bewirken". Ansonsten stelle sich für das Zentrum die Sinnfrage, berichtet der "Standard".

Die Führung des König-Abdullah-Zentrums hatte bei seiner Amtseinführung 2012 den Einsatz für die freie Religionsausübung auf der ganzen Welt versprochen - auch in Saudi-Arabien. "Natürlich wollen wir, dass das umgesetzt wird, in allen Ländern der Welt. Auf lange Frist wird es in jedem Land eine Auswirkung geben", sagte damals Vize-Generalsekretärin Claudia Bandion-Ortner, eine frühere Justizministerin der ÖVP.

Kritik an der Arbeit des Zentrums gab es indes auch von den NEOS. Parteichef Matthias Strolz sagte in der ORF-"Pressestunde", Bandion-Ortner müsse "klare Worte" zu dem islamistischen Attentat von Paris finden, sowie zur Rolle der Religion im Verhältnis zum Staat. "Und hier muss auch dieses interreligiöse Zentrum zu einem Offenbarungseid kommen, ansonsten wird es hier auch fehl am Platz sein in Österreich und Europa, meines Erachtens", sagte Strolz.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro