Kika/Leiner-Mutter Steinhoff holte Sanierer an Bord

München/Sandton (APA/Reuters) - Der nach Ikea zweitgrößte Möbelkonzern Steinhoff hat einen Chef-Sanierer angeheuert, der den Schuldenberg geordnet abbauen soll. Chief Restructuring Officer Richard Heis kommt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in London, wo er sich seit 25 Jahren mit dem Umbau komplexer Konzernstrukturen befasst hatte.

Heis solle bei der Ausarbeitung des Plans helfen, mit dem der Mutterkonzern von Kika/Leiner seine Verschuldungsprobleme angehen wolle, sagte Interims-Vorstandschefin Heather Sonn am Donnerstag. Der deutsch-südafrikanische Konzern steht mit 10,7 Milliarden Euro in der Kreide. 2 Mrd. Euro davon müssen noch heuer refinanziert werden.

Steinhoff war durch einen mutmaßlichen Bilanzskandal in die Bredouille geraten. Der Aktienkurs brach um bis zu 90 Prozent ein. In Deutschland laufen bereits seit längerem Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Vorstands- und Aufsichtsratschef traten zurück, die neue Führung versucht, das Geschäft zu stabilisieren. Wirtschaftsprüfer von PwC versuchen parallel, die möglichen Bilanzfälschungen aufzuklären.

So lange sie nicht damit fertig sind, kann Steinhoff seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) auch nach viereinhalb Monaten nicht vorlegen. Wegen der laufenden Untersuchungen ist sie auch auf der Hauptversammlung am 20. April kein Thema, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dort geht es primär um Neuwahlen von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats. Zur Vorlage der Bilanz werde später ein eigenes Aktionärstreffen einberufen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne