Kika/Leiner zieht jetzt auch Diskontschiene wie Rivale XXXLutz auf

Die Möbelhauskette Kika/Leiner tut es ihrem Konkurrenten XXXLutz gleich und zieht eine eigene Diskontschiene à la Möbelix oder Mömax auf. Dafür holte Kika/Leiner-Chef Gunnar George den Diskontexperten Dirk Herzig nach Österreich. Er hat zuletzt in der Schweiz beim Billigmöbelhaus Lipo das Filialnetz massiv ausgebaut. Lipo gehört wie Kika/Leiner zur südafrikanischen Steinhoff-Gruppe.

Ab 1. Mai zieht Herzig in die zweite Führungsebene von Kika/Leiner ein. Wie die Diskontschiene heißen wird, steht noch nicht fest, hieß es am Freitag auf APA-Anfrage. Die deutsche Diskontmarke Poco werde jedenfalls nicht nach Österreich getragen, das würde hierzulande nicht funktionieren, weil zu "billig". Eher werde es in Richtung Möbelix/Mömax (XXXLutz) gehen.

Ob im Zuge des Diskontausbaus Filialen von Kika oder Leiner zugeperrt werden? "Es werden keinerlei Standorte dafür geschlossen. Unser erster Fokus liegt auf Österreich, danach werden wir weitersehen", so das Unternehmen in einem schriftlichen Statement. Von Österreich aus wird auch das Osteuropa-Geschäft der Gruppe gesteuert.

Kika/Leiner ist gerade dabei, ein paar bestehende Filialen umzubauen, etwa das Leiner-Geschäft in Salzburg. Und aus den Kika-Filialen in Villach und in der Hadikgasse in Wien-West werden Leiner-Filialen. In Wien habe man sich mit dem naheliegenden Kika in der Sandleitengasse fast selbst kannibalisiert, außerdem sei das Klientel in Wien-West betuchter, also potenziell Leiner-Publikum.

Die Mitarbeiterzahl will Kika/Leiner prinzipiell "konstant" halten, wie es in der Stellungnahme hieß. "Für neue und weitere Geschäfte werden wir Mitarbeiter einstellen. Grundsätzlich ist im Handel die Anzahl der Mitarbeiter natürlich von der Anzahl der Filialen und dem Umsatz abhängig." Kika/Leiner hat in Österreich derzeit 51 Filialen.

Im vergangenen Geschäftsjahr (von Juli 2014 bis Juni 2015) hat die Gruppe mehr umgesetzt und auch wieder schwarze Zahlen ausgewiesen, wie aus dem Firmenbuch hervorgeht. Die Zahlen sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil die Möbelhauskette ihren Bilanzierungszeitraum umgestellt hat.

Die Kika Möbel-Handelsgesellschaft mit Sitz in St. Pölten hat 2014/15 (Juli bis Juni) 472 Mio. Euro umgesetzt, nach 120 Mio. Euro von April bis Juni 2014. Das Betriebsergebnis belief sich auf 5,7 Mio. Euro, im kurzen Vorjahreszeitraum war noch ein Minus von 10 Mio. Euro zu Buche gestanden. Auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verbesserte sich, und zwar von minus 10 auf plus 5 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 4,5 Mio. Euro (-5,2 Mio.).

Die Rudolf Leiner Gesellschaft erwirtschaftete von Juli 2014 bis Juni 2015 einen Umsatz von 391 Mio. Euro - nach 136 Mio. Euro von März bis Juni 2014. Der Großteil (353 Mio.) entfiel auf Österreich, der Rest auf Osteuropa und den Versandhandel in Deutschland. Das Betriebsergebnis war mit 18 Mio. Euro ebenfalls positiv (März bis Juni 2014: -10,8 Mio. Euro), auch das EGT (18,6 Mio. nach minus 10,7 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss betrug 16,7 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 17,8 Mio. Euro im kurzen Vorjahreszeitraum.

Dass der Möbelhändler wieder Gewinne ausgewiesen hat, habe mit Umstrukturierungen bei den firmeneigenen Immobiliengesellschaften zu tun, hieß es auf APA-Anfrage. Jetzt müssten die Möbelhäuser wieder "normal" Miete zahlen, zwischenzeitlich, als das Geschäft schlecht lief, sei dies anders gewesen.

Bei Leiner wurde, wie aus den Bilanzerläuterungen hervorgeht, rückwirkend zum 1. März 2014 der operative Teilbetrieb (Handel) der Leiner Immobilien GmbH im Zuge einer Spaltung in die Gesellschaft aufgenommen. Mit Bilanzstichtag 30.6.2014 wurde die Gesellschaft Rudolf Leiner Gesellschaft (vorher: Leiner Betriebs GmbH) gegründet.

Die Schulden von Leiner betrugen per 30.6.2014 99 Mio. Euro. Leiner beschäftigte im Jahresschnitt 2.467 Mitarbeiter.

Kika hatte Ende Juni 2014 Verbindlichkeiten in Höhe von 144 Mio. Euro und beschäftigte zuletzt 3.068 Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wollen beide Unternehmen ihre Jahrespläne erreichen - "trotz anfänglicher, wetterbedingter Umsatzschwankungen", wie es in den Lageberichten heißt.

Gegen Kika/Leiner-Chef George - er führt die Steinhoff-Tochter seit März 2015 - wird indes in Deutschland weiter ermittelt, wie es zur APA auf Nachfrage hieß. "Das ist noch offen." Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ihn wegen Verdachts der Untreue und Betrugs in seiner früheren Funktion als Vorstandsvorsitzender der Möbel-Kraft-Gruppe im Visier. Es geht um Dienstwagen und Spesenabrechnungen. Die Handlungen betreffen nicht Georges neuen Job in Österreich, hatte die Staatsanwaltschaft im heurigen März betont.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite