Keine Trendwende bei Karstadt: Umsätze sinken weiter

Düsseldorf - Der angeschlagene Warenhausriese Karstadt hat auch unter seinem neuen Eigner Rene Benko seine Talfahrt im wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht stoppen können. Den rund 20.000 Mitarbeitern stehen nun weitere Einschnitte bevor. Die Sanierung sei kein Selbstzweck, sie sei vielmehr "unabdingbar für das wirtschaftliche Überleben" des Traditionskonzerns, schrieb Vorstand Miguel Müllenbach am Donnerstag in einem Brief an die Mitarbeiter.

Karstadt habe im November und Dezember einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent verzeichnet, räumte Müllenbach in dem Schreiben ein. Vor allem das Textilgeschäft sei enttäuschend gelaufen. Schon im Weihnachtsgeschäft 2013 hatte Karstadt rückläufige Umsätze verzeichnet - damals wurde das entsprechende Quartal mit einem dreiprozentigen Rückgang der Erlöse abgeschlossen. Einen Hoffnungsschimmer machte Müllenbach immerhin aus: Karstadt habe im Weihnachtsgeschäft 2014 auf "ungesunde Umsätze" durch hohe Rabatte verzichtet. Für die Kunden bedeutet dies weniger Schnäppchen, für die Warenhäuser aber eine um zwei Prozentpunkte gestiegene Marge.

"Bezüglich unserer Liquidität stehen wir (..) heute erheblich stabiler da als im Vorjahr", schrieb Müllenbach weiter. "Diese finanziellen Mittel brauchen wir auch dringend, um die bereits begonnene Sanierung und Neuausrichtung entschlossen weiter voranzutreiben", betonte er. Die Mitarbeiter stünden vor tiefen Einschnitten, machte Müllenbach erneut deutlich: "Es besteht kein Zweifel daran, dass einschneidende personelle Veränderungen auf der Fläche in den Filialen und insbesondere auch im Service Center in Essen unausweichlich sind."

Das Karstadt-Management hatte nach der Übernahme des Traditionskonzerns durch den österreichischen Immobilien-Investor Benko das Aus für sechs Standorte mit rund 330 Mitarbeitern beschlossen. Sie sollen 2015 ihre Pforten schließen. Dem Betriebsrat zufolge sind zudem knapp 2000 Vollzeitstellen bedroht. Berücksichtigt man auch Teilzeitstellen, stünden insgesamt rund 3000 Stellen auf der Kippe. Die Sanierung sei "unverzichtbar, um einem Großteil unserer Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive zu geben", schrieb Müllenbach.

Andere Handelsunternehmen sind besser durch das wichtige Weihnachtsgeschäft gekommen. "Wir sind mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes zufrieden", hatte etwa der Chef des Handelskonzerns Douglas, Henning Kreke, erklärt. Der durch seine Parfümerien bekannte Konzern schraubte die Erlöse in die Höhe: "Wir konnten die Umsätze zum Vorjahr erneut steigern."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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