Katalonien, was nun? Szenarien nach einer Unabhängigkeitserklärung

Barcelona/Madrid (APA/dpa) - Die katalanische Regierung hält nach dem Unabhängigkeitsreferendum an ihren Plänen für eine Abspaltung der Region von Spanien fest. Sollte sie einseitig die Unabhängigkeit erklären, welche Optionen hätte dann die Zentralregierung in Madrid - und welche Konsequenzen sind denkbar?

In Madrid herrscht die Einschätzung vor, dass Ministerpräsident Mariano Rajoy im Falle eine Unabhängigkeitserklärung im Grunde nur ein sehr hartes Vorgehen bleibe:

- Denkbar ist eine Festnahme der Spitzen der katalanischen Regionalregierung, allen voran Regierungschef Carles Puigdemont.

- Rajoy könnte auch erstmals den Artikel 155 der Verfassung anwenden. Dieser besagt, dass Madrid einer Region die Autonomie aberkennen kann, wenn diese der Verfassung oder anderen Gesetzen nicht Folge leistet. Die Zentralregierung würde dann in Katalonien die Kontrolle übernehmen.

- Theoretisch möglich wäre auch ein in Artikel 8 vorgesehenes militärisches Eingreifen, da die spanische Armee auch für die Garantie der territorialen Integrität nach innen zuständig ist. Dies gilt aber als äußerst unwahrscheinlich.

- Auch ohne Militäreingreifen wäre eine weitere Eskalation der Lage wahrscheinlich, da viele Katalanen hinter ihrer Regionalregierung stehen und es zu Massenprotesten gegen Rajoys Maßnahmen kommen könnte.

- Zudem befürchten Experten, dass nach einer Unabhängigkeitserklärung Firmen und Banken aus der Region abwandern und es zu enormen wirtschaftlichen Einbrüchen kommen könnte.

- Denkbar, wenn auch unwahrscheinlich, ist letztlich auch die Aufnahme von Gesprächen - jedoch ist nicht klar, wer dabei als Vermittler agieren soll. Zudem hat Rajoy bisher jeden Dialog mit der Regionalregierung abgelehnt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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