Karstadt will bei Feinkost-Tochter Perfetto aufräumen

Karstadt-Chef Stephan Fanderl nimmt sich im Zuge der Sanierung der angeschlagenen Warenhauskette nun die defizitäre Feinkost-Tochter Perfetto vor. Stellen sollen gestrichen, Filialen geschrumpft und das Sortiment angepasst werden, wie aus einem Brief des Managements an die Mitarbeiter hervorgeht, der Reuters vorliegt. Wie bei den Kaufhäusern sollen auch die Perfetto-Mitarbeiter eine "Tarifpause" einlegen und auf Lohnerhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Die starke Fokussierung auf den Luxusbereich sei gescheitert. "Perfetto stellt einen erheblichen Sanierungsfall dar."


Perfetto ist die Marke der Gesellschaft Karstadt Feinkost, die der Kaufhof -Konkurrent gemeinsam mit dem Einzelhändler Rewe betreibt, der den zentralen Einkauf verantwortet und 25 Prozent an der Firma hält. Die 43 Filialen legen den Schwerpunkt auf höherpreisige Waren und viel Service etwa an Bedientheken. Daher sind mehr Mitarbeiter im Einsatz als in anderen Supermärkten. Perfetto komme nicht um einen Personalabbau herum, heißt es in dem Brief. Zahlen stehen Branchenkreisen zufolge noch nicht fest, es müssten aber wohl 300 bis 500 der noch 2000 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen.

Karstadt wollte sich am Donnerstag nicht zu den Plänen äußern. "Die Entscheidungsgewalt liegt beim Mehrheitsgesellschafter und der Geschäftsführung", sagte ein Rewe-Sprecher. Ein Ausstieg sei nicht geplant. Damit wird Rewe auch die Sanierungspläne samt Tarifpause mittragen. In der Schlacht um die Kaiser's Tengelmann-Supermärkte hatte Rewe jüngst noch mit einer Tarifbindung bei einer Übernahme geworben.

Karstadt Feinkost kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen. 2013 schrieb die Firma einen Fehlbetrag von knapp zwei Millionen Euro, Branchenkreisen zufolge hat sich dieser 2014 mehr als verdreifacht. Perfetto soll nun auch im Sortiment gegensteuern. So sollen mehr frische, auch günstigere und andere Waren wie Wasch- und Putzmittel angeboten werden.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor