Kabelnetzbetreiber Tele Columbus - Erster deutscher Börsengang 2014

Frankfurt - Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber Tele Columbus eilt an die Börse. Bei Investoren will Firmen-Chef Ronny Verhelst etwa eine halbe Milliarde Euro einsammeln. Bereits in einer Woche - am 23. Jänner - solle Tele Columbus erstmals auf dem Kurszettel der Frankfurter Börse erscheinen. Es wäre der erste Börsengang in Deutschland und Europa in diesem Jahr.

Locken will Verhelst die Investoren mit den Wachstumsaussichten der Berliner Firma: An seinen vor allem in Ostdeutschland sitzenden Kunden verdient Tele Columbus nämlich noch nicht so viel wie die großen Konkurrenten Kabel Deutschland und Unitymedia, und von den 1,7 Millionen Kabel-TV-Anschlüssen der Gesellschaft ist erst jeder zweite zum Internet-Surfen aufgerüstet. Damit eröffne sich Potenzial für Investoren, betonte Verhelst am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Neben dem Netzausbau sollen die Erlöse auch in den Abbau des Schuldenbergs von 550 Mio. Euro fließen.

Die Aktien bietet der Börsenkandidat zu einem Preis von 8 bis 12 Euro an. Verkauft werden sollen bis zu 52 Millionen Titel, davon maximal 37,5 Mio. Euro aus einer Kapitalerhöhung und gut 15 Mio. Euro aus dem indirekten Besitz der Alteigentümer. Bei einem Ausgabepreis von zehn Euro würde das Angebotsvolumen bei 480 Mio. Euro liegen - die Mehrzuteilungsoption von 3,75 Millionen Titeln ist hier eingerechnet. An der Börse wäre die Firma damit etwa 530 Mio. Euro schwer. Der Anteil der frei handelbaren Scheine soll zwischen 65 Prozent und 88 Prozent liegen. Großes Vorbild für die Aktien-Premiere ist Branchenprimus Kabel Deutschland: Die Münchner debütierten vor fünf Jahren an der Börse und verkauften die Titel zum Stückpreis von 22 Euro - seitdem hat sich der Kurs der mittlerweile von Vodafone geschluckten Firma verfünffacht.

Die Eigentümer von Tele Columbus sind Banken und Hedgefonds, die im Zuge der Restrukturierung 2009 Kredite in Eigenkapital getauscht hatten. Ein Verkauf an Kabel Deutschland war 2013 am Widerstand des Kartellamts gescheitert. Die Fonds suchen mit dem Börsengang die zweite Chance zum Ausstieg. Kabelnetzbetreiber mischen seit Jahren den Markt für Internet-Anschlüsse auf, da sie im Vergleich zu Unternehmen wie der Telekom, die auf die DSL-Technologie setzt, höhere Geschwindigkeiten anbieten. Tele Columbus etwa schaltet derzeit die ersten Internet-Zugänge mit Datenraten von 400 Mbit/s auf - DSL-Anbieter kommen derzeit höchsten auf 100 Mbit/s, meist ist es noch wesentlich weniger.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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