KA Finanz will bis zu ihrem Ende nicht mehr um Staatsgeld anklopfen

Die Bad Bank sieht auch nach Aufnahme des nicht verkauften 7-Milliarden-Teils der Kommunalkredit Austria keinen Zuschussbedarf. Bis jetzt sind 81 Prozent der Ursprungs-Risikopositionen weg.

Wien. Die staatliche KA Finanz, Bad Bank der 2008 notverstaatlichten alten Kommunalkredit, hat anders als 2013 beim weiteren Risikoabbau 2014 keine Staatshilfe gebraucht. Laut KA-Finanz-Chef Alois Steinbichler ist der Plan aufrecht, bis zum endgültigen Abbau keinen Staatskapital-Zuschussbedarf mehr zu haben. Auch durch das hinzukommende 7-Milliarden-Portfolio aus der Kommunalkredit Austria nicht.

Nach dem vor fast zwei Wochen unterzeichneten Verkauf der "guten Bank", der Kommunalkredit Austria (KA), samt eines 4,3 Mrd. Euro schweren Bilanzvolumens an ein Finanzkonsortium um den deutschen Investor Patrick Bettscheider erbt die Bad Bank KA Finanz heuer den nicht verkauften KA-Rest-Teil von 7 Mrd. Euro. Damit verdoppelt sich die Bilanzsumme der KA Finanz in etwa.

"Die KA Finanz wird zwar wachsen, aber nicht leiden unter diesem Transfer", sagt Steinbichler. Das Portfolio habe eine hohe Kreditqualität. Mit dem Portfolio kämen nach dem Closing des Kommunalkredit-Verkaufs nicht nur die vom Deal ausgenommenen verbliebenen Aktiva in die KA Finanz, sondern auch Refinanzierungen und Kapitalbestände. Es sei eine symmetrische Teilung und keine Teilung in gute oder schlechte Assets.

Seit vorigem Spätsommer ist die KA Finanz rückwirkend mit 2009 im Ausmaß ihrer Finanzverbindlichkeiten in die österreichische Staatsschuld eingerechnet. Sobald die "KA-Rest" mit der KA Finanz verschmolzen wird, erhöht das die Zurechnung zur Staatsschuld von 6,6 Milliarden Euro (Ende 2014) um rund 5,4 Mrd. Euro auf 12 Mrd. Euro, wie es im Jahresbericht heißt. Mit dem Abbau ist dann naturgemäß wieder ein Rückgang der Staatsschuld verbunden.

Brutto 2,67 Mrd. Euro hat die KA Finanz seit ihrer Installierung vom Staat als Kapital bzw. Gesellschafterzuschüsse/Bundesbürgschaft erhalten. Netto, nach Abzug von Haftungsentgelten, sind es 2,16 Mrd. Euro. Hinzu kommen an öffentlichen Unterstützungen 3 Mrd. Euro als staatliche Garantien für kurzfristige Liquidität. "Da ist nie daran gedacht, dass diese Garantien je gezogen werden", betont Steinbichler.

Der letzte Staatskapitalzuschuss der Republik datiert aus 2013. Damals hat der Bund einen Verlust abgedeckt, der daraus resultierte, dass kurzfristig mehr als 4 Milliarden an Credit-Default-Swap-Risikopositionen beendet wurden.

Das Jahr der Wende

Für Steinbichler war 2014 ein Wendejahr. Erstmals seit der Spaltung in Good und Bad Bank (2009) habe die KA Finanz ein positives Zinsergebnis eingefahren. Weil staatliche Liquiditätsgarantien zurückgefahren worden seien, reduzierten sich auch die Haftungsentgelte. Die Abbaukosten, vor allem im CDS-Portfolio, seien durch eine schon im Jahresergebnis 2013 enthaltene Rückstellung von 91 Mio. Euro gedeckt worden. Auch Wertaufholungen gab es. Nach Auflösung einer Risikovorsorge von 18,7 Mio. Euro bilanziert die KA Finanz im Abschluss nach UGB/BWG-Bilanz ausgeglichen. Operativ ist die Bilanz leicht negativ. Nach einem dreistellige Millionenverlust im EGT im Jahr 2013 lag der EGT-Verlust 2014 bei 14,1 Mio. Euro.

In die KA Finanz wurden nach der Ende 2008 nötig gewordenen Kommunalkredit-Rettung durch den Staat die risikobehafteten Assets ausgelagert, die die alte Kommunalkredit in der Finanzkrise fast in den Abgrund getrieben hatten. Damals betrugen die Risikopositionen 30 Mrd. Euro, sie wurden seither jedes Jahr zurückgefahren. Im Jahr 2014 wurde das sogenannte risikorelevante Portfolio um 3,1 Mrd. Euro oder mehr als ein Drittel auf 5,7 Mrd. Euro reduziert, durch normale Tilgungen und Verkäufe von Papieren an Finanzinvestoren.

Laut Steinbichler sind damit die früher so gefährlichen Konzentrationsrisiken aus der Bilanz entfernt. Das größte Einzelobligo sei nun Österreich (646 Mio. Euro), gefolgt von Italien (385 Mio. Euro) sowie USA (347 Mio. Euro) und Großbritannien (274 Mio. Euro). Spanische und irische Risiken wurden ganz abgebaut. In den ersten heurigen ersten Wochen seien auch die portugiesischen Positionen halbiert worden, das Zypern-Obligo (Ende 2014: 107 Mio. Euro) sei recht erfolgreich restrukturiert worden.

Gerüchte, wonach die künftige ÖVAG-Bad-Bank am Ende bei der KA-Finanz landen könnte, kommentiert Steinbichler nicht. Solche Pläne kenne er nicht, "es hat uns auch keiner gefragt".

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