US-Vorwahlen I: Jungwähler könnten Clinton Sieg in Iowa kosten

Im Präsidentschaftsrennen der USA beginnt am Montag (Ortszeit) die Auswahl der Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien. Hillary Clinton hat in Iowa bei den US-Vorwahlen am heutigen Montag einen starken Konkurrenten: Rivale Sanders hat unter Studenten viele Anhänger. Clinton liegt jedoch in den Umfragen bei den Demokraten klar vorne.

Ames (Iowa)/Washington. Noch bevor Hillary Clinton die Bühne an der Iowa State University in Ames betritt, versucht David Karayof, die Anhänger der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin in ein Gespräch zu verwickeln. Auf dem T-Shirt des 24-jährigen Ingenieursstudenten prangt ein Anstecker von Bernie Sanders - dem Senator, der Clinton den Sieg bei der Vorwahl in dem US-Staat am Montag streitig machen könnte.

In der Hand hält Karayof Flugblätter: "Das sind Aussagen, die Hillary Clinton gemacht hat und mit denen ich nicht übereinstimme." Jungwähler wie Karayof könnten die Favoritin für die Kandidatur der Demokraten beim Auftakt des Nominierungsrennens zum Stolpern bringen. Die frühere Außenministerin liegt in landesweiten Umfragen zwar weit vor Sanders, in Iowa wird es aber wohl knapp. In einer aktuellen Umfrage für die Zeitung "Des Moines Register" kommt Clinton auf 45 Prozent, der Senator aus Vermont auf 42 Prozent.

"Ich denke, die Leute sind über Washington frustriert", sagt der 22-jährige Abhijit Patwa, der ebenfalls zu Clintons Wahlkampfauftritt am Samstag an die Iowa State University gekommen ist. Auch wenn er noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe, wem er seine Stimme geben werde, findet Patwa, dass Sanders für "frischen Wind" sorge. Mit Themen wie der ungleichen Verteilung von Wohlstand und den hohen Studiengebühren spreche er vor allem junge Wähler an.

Die US-Zeitung "Boston Globe" schrieb, der 74-jährige selbst erklärte "demokratische Sozialist" sei zu einem "unerwarteten Anführer einer Jugendbewegung" geworden. Eine landesweite Erhebung der "New York Times" und des Fernsehsenders CBS kam Mitte Jänner zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Demokraten unter 45 Jahren für Sanders stimmen wollen. Clinton kommt in dieser Altersgruppe demnach nur auf 31 Prozent.

Vor den Wahlkampfauftritten des ergrauten Senators stehen junge Leute oft stundenlang Schlange, bei der Kundgebung der früheren First Lady auf dem Campus in Ames macht das Publikum einen reiferen Eindruck. "Ich kann verstehen, dass junge Leute für Sanders stimmen", sagt der 64-jährige Anwalt Edward Kimmel, der aus dem Staat Maryland nach Iowa gereist ist. "Das ist in Ordnung, so lange wir im November auf derselben Seite stehen."

Der Nachfolger von Präsident Barack Obama, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, wird am 8. November gewählt. Obama, der vor acht Jahren mit seiner Botschaft "Hoffnung und Wandel" viele Jungwähler mobilisierte und Clinton bei den demokratischen Vorwahlen ausstach, wollte in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit dem Onlinemagazin "Politico" keine Parallele entdecken. "Ich glaube nicht, dass das stimmt", antwortete er auf die Frage, ob Sanders' Wahlkampf ihn an seine damalige Kampagne erinnere. Stattdessen pries der Präsident Clintons "außergewöhnliche Erfahrung".

Auch Kimmel glaubt, dass es am Ende auf die Erfahrung ankommen werde. "Hillary ist die qualifizierteste Person, die sich jemals um ein politisches Amt beworben hat", sagt er. "Das ist eine Chance, die wir noch nie hatten - jemanden zu haben, der so bereit für das Präsidentenamt ist." Ähnlich äußerte sich die "New York Times", als sie am Samstag ihre Unterstützung für die frühere Frist Lady, Ex-Senatorin und ehemalige Außenministerin erklärte.

Über Clinton schwebt allerdings weiter die Affäre um die Nutzung einer privaten E-Mail-Adresse während ihrer Zeit als Außenministerin. Erst am Freitag teilte das State Department in Washington mit, dass 22 Schriftstücke im Nachhinein als "streng geheim" eingestuft worden seien - die Dokumente hätten somit eigentlich nur über dienstliche Adressen geschickt und empfangen werden dürfen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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