Jobkahlschlag bei Banken geht weiter

Wien - Historisch niedrige Zinsen und strengere regulatorische Vorschriften lassen Europas Banken ihren Sparkurs verschärfen. Der radikale Stellenabbau dürfte sich 2016 noch einmal verschärfen, geht aus einer Umfrage des Beratungskonzerns EY hervor. In Österreich planen 60 Prozent der befragten Institute einen "leichten" oder "deutlichen" Stellenabbau, 2015 hatten dies erst 50 Prozent vorgehabt.

Auch in Europa überwiegt weiterhin der Anteil der Banken, die ihre Mitarbeiterzahl reduzieren wollen (54 Prozent), gegenüber jenen, die Leute aufnehmen möchten (26 Prozent).

In keinem anderen Land erwarten so viele Banker eine Konsolidierungswelle wie in Österreich, ergab die EY-Befragung von 250 Banken in mehreren europäischen Ländern. Vier von fünf österreichischen Bankern gehen für die kommenden zwölf Monate von einer "mittleren" oder sogar "erheblichen" Konsolidierung am heimischen Bankensektor aus. Für die kommenden drei Jahre erwarten das 90 Prozent.

"Die Situation in der europäischen Bankenbranche bleibt schwierig, die Gewinne werden vorläufig auf niedrigem Niveau verharren", so EY-Experte Georg von Pföstl. Da mehr als die Hälfte der operativen Kosten auf Personalausgaben entfällt, müssen wohl noch mehr Bankmitarbeiter um ihren Job zittern.

Angestellte von Geldhäusern haben gehaltstechnisch magere Jahre hinter sich. In Österreich müssen Bankmitarbeiter den Gürtel wohl noch enger schnallen. 20 Prozent der befragten heimischen Banker planen eine Reduktion der Gesamtvergütung, nur 10 Prozent eine Anhebung. Im europäischen Durchschnitt sieht es besser aus: 22 Prozent wollen den Mitarbeitern mehr zahlen, 17 Prozent planen Einschnitte.

In Österreich sind Ende März die Kollektivvertragsverhandlungen für die Bankenbranche abgeschlossen worden: Ab April bekommen die Mitarbeiter im Schnitt um 1,24 Prozent mehr Gehalt. Zum Vergleich: Die Inflation sank zuletzt, im Februar 2016, dank billiger Spritpreise auf 1 Prozent.

Was den eigenen Geschäftsgang betrifft, ist die Stimmung bei den Bankern so schlecht nicht. 52 Prozent der europäischen Bankmanager glauben, dass sich ihr operatives Geschäft in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird (2015: 56 Prozent). 23 Prozent fürchten einen Rückgang. Die österreichischen Banker sind besonders optimistisch. Hierzulande rechnen sechs von zehn Instituten mit einer Verbesserung (2015: 50 Prozent). Noch zuversichtlicher sind nur Banken in Irland, Großbritannien und Spanien.

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU ("Brexit") würde die Geschäftstätigkeit von 23 Prozent der europäischen Banken nach eigener Einschätzung massiv beeinträchtigen. Die Österreicher sind hier aber gelassen. Vier von zehn Bankern sähen überhaupt keinerlei negative Auswirkungen.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker