Japans Notenbank schiebt Konjunktur weiter an

Tokio (APA/Reuters) - Im Kampf gegen die konjunkturschädliche Deflation hält die japanische Notenbank die Geldschleusen weiter offen. Sie erweiterte am Mittwoch ihr Konjunkturprogramm zum Kauf von Staatsanleihen zwar nicht, verlängerte aber zwei große Kreditlinien um ein Jahr. Damit sollen die Banken zu einer stärkeren Darlehensvergabe an die Wirtschaft angeregt werden.

Japan will mit der aggressiven Wirtschaftspolitik der 15 Jahre währenden Deflation entfliehen - einer Abwärtsspirale aus fallenden Preisen und geringerem Wachstum. Verbraucher hielten sich dabei mit Käufen zurück und Firmen schoben Investitionen in der Hoffnung auf fallende Preise hinaus - ein Teufelskreis. Der Notenbank ist es mit ihrer Geldflut gelungen, diese Spirale zu durchbrechen und die Inflationsrate in die Höhe zu treiben. Doch kommen die Zentralbanker wegen des Ölpreisverfalls dabei nicht mehr so gut voran.

Ihre Inflationsprognose musste die Bank of Japan (BoJ) nun kassieren: Statt der ursprünglich angepeilten Rate von 1,7 Prozent für das Haushaltsjahr 2015/16 erwartet sie nun, dass die Preise nun nur um 1,0 Prozent steigen. Für das darauffolgende, im April 2016 beginnende Haushaltsjahr hob die Notenbank aber ihre Prognose auf 2,2 von 2,1 Prozent an. Damit signalisierte sie, dass sie das Inflationsziel von zwei Prozent noch im Jahr 2016 erreichen kann. Notenbankchef Haruhiko Kuroda trat vor der Presse dem Eindruck entgegen, er habe die Entwicklung zu optimistisch eingeschätzt. Die Zentralbank habe nie gesagt, dass sie die Inflationsrate "binnen exakt zwei Jahren" auf die gewünschte Höhe hieven könne, betonte Kuroda.

Während die Regierung Konjunkturprogramme beschlossen hat, lässt die Zentralbank seit knapp zwei Jahren die Notenpresse schneller rotieren. Im Oktober hatte sie verkündet, dass sie ihre Geldbasis - der Bestand an Bargeld und Einlagen bei der Zentralbank - durch Anleihen- und Wertpapierkäufe um jährlich 80 Bill. Yen (582,4 Mrd. Euro) erhöhten wolle. Hintergrund war eine Anhebung der Mehrwertsteuer von fünf auf acht Prozent im Frühjahr mit der Folge, dass die Verbraucher ihre Ausgaben drosselten und die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in den beiden vergangenen Quartalen schrumpfte. Experten halten es für möglich, dass die BoJ dieses Jahr die Konjunktur mit neuen Geldspritzen beleben wird: "Die Notenbank scheint weiter damit zu liebäugeln. Spätestens Oktober könnte sie wieder aktiv werden", meint Ökonom Hideo Kumano vom Forschungsinstitut Dai-Ichi Life Research.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro