Japans Arbeitnehmer sollen früher Feierabend machen

Tokio - Arbeitnehmer in Japan sollen sich von der Tradition der langen Arbeitstage verabschieden, um die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Die Regierung wolle die Bevölkerung dazu anregen, morgens früher mit der Arbeit zu beginnen, damit sie ihre Abende mit der Familie und Freunden verbringen können, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga heute, Freitag, in Tokio.

Die Angestellten der Zentralverwaltung sollen demnach ab Sommer mit gutem Beispiel vorangehen, die Mitarbeiter der Unternehmen und örtlichen Behörden sollen folgen.

"Oft wird gesagt, dass die langen Arbeitszeiten in unserem Land die Menschen daran hindern, diese Annehmlichkeiten zu genießen", sagte Suga. Eine Reform der Arbeitsweise sei aus Sicht der Regierung "äußerst wichtig, um die Menschen von den Vorzügen der 'Abenomics' profitieren zu lassen und das Wachstum des Landes nachhaltig zu fördern", fügte er unter Verweis auf die von Regierungschef Shinzo Abe angestoßenen Wirtschaftsreformen hinzu.

Japaner arbeiteten nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2013 durchschnittlich 1.735 Stunden. Das war deutlich mehr als bei den Deutschen mit 1.388 Stunden und den Franzosen mit 1.489 Stunden, aber weniger als in den USA mit 1.788 Stunden. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen für Japan in Wirklichkeit noch höher sind. Überstunden würden oft verschwiegen, weil es zum guten Ton gehört, länger im Büro zu bleiben als nötig. In Japan vermischen sich Arbeitszeit und Freizeit aber wesentlich stärker als in anderen Industrienationen - auch gemeinsame Mittagessen und ausgedehnte Kneipenabende mit Kollegen gehören dort zum Pflichtprogramm und werden der Wochenarbeitszeit zugerechnet.

Abe versucht seit Ende 2012, mit seiner ausgabenorientierten Regierungspolitik die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Die Strategie trug bereits erste Früchte und wurde durch die Wiederwahl Abes im Dezember bestätigt. Ende 2014 gelang es Japan, aus der Rezession herauszukommen.

Erst vergangene Woche verkündeten mehrere Unternehmen Lohnerhöhungen, die von der Regierung als Beitrag zum Kampf gegen die Deflation gefordert worden waren. Obwohl es in mehreren großen Firmen bereits im vergangenen Jahr Gehaltserhöhungen gegeben hatte, sanken die Ausgaben privater Haushalte so stark wie seit acht Jahren nicht mehr. Auch der frühere Feierabend soll die Japaner nun dazu anregen, mehr Geld auszugeben.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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