Japanische Forscher züchten medizinischen Wirkstoff in Hühnereiern

Tokio (APA/AFP) - Auf der Suche nach günstigen medizinischen Wirkstoffen im Kampf gegen schwere Krankheiten wie Krebs haben japanische Forscher das Hühnerei als Zuchtlabor entdeckt. Am Nationalen Institut für Industriewissenschaften und Technologie in der Region Kansai gelang es, Hennen genetisch so zu verändern, dass sie Eier mit dem Protein Beta-Interferon legen, wie die "Yomiuri Shimbun" am Montag berichtete.

Die Forscher pflanzten demnach zunächst Gene, die Beta-Interferon produzieren, in Zellen ein, aus denen Hühnersperma wird. Mit diesen Zellen wurden Eier befruchtet, um Hennen zu züchten, die dieses Gen tragen. Die Vögel legen nun Eier, die Beta-Interferon enthalten.

Dieses sogenannte Glykoprotein wird bei der Behandlung von Krankheiten eingesetzt, darunter auch Multiple Sklerose und Hepatitis. Derzeit kosten einige Mikrogramm bis zu 100.000 Yen (umgerechnet rund 750 Euro). Mit der Methode der Japaner könnte der Preis nun dramatisch fallen - auf etwa ein Zehntel des jetzigen Preises.

Die Wissenschafter wollen ihr in den Eiern von drei Hühnern produziertes Medikament an pharmazeutische Firmen verkaufen, wie es in dem Bericht weiter heißt. Diese könnten den Wirkstoff dann zunächst als Forschungsmaterial verwenden.

Bis das auf diese Weise gewonnene Beta-Interferon auf den Markt kommt, kann es allerdings noch dauern: in Japan gelten sehr strenge Regeln für die Einführung neuer oder ausländischer pharmazeutischer Produkte. Es dauert normalerweise Jahre, bis ein neues Medikament zugelassen wird.

Davos/Moskau (APA/AFP) - Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew hat mit einem Boykott des Weltwirtschaftsforums in Davos im Jänner gedroht, sollten wichtige russische Geschäftsleute dort nicht willkommen sein. Er reagierte damit am Dienstag auf einen Pressebericht. Demnach sollen auf Druck der USA mehrere russische Geschäftsleute gebeten worden sein, im kommenden Jahr nicht an der Konferenz in Davos teilzunehmen.
 

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Russland droht mit Boykott des Weltwirtschaftsforums

Wien (APA) - Am vierten Tag des Telekom/Valora-Prozesses gegen die Ex-Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger sowie den Ex-Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer ging es heute viel um einen Mann, der gar nicht angeklagt ist: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP/FPÖ), für den die Telekom beispielsweise Umfragen zu seinem Image und Privatleben bezahlte.
 

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Telekom/Valora - Privatflug mit Grasser, Weitflug mit Hühnern

Brüssel (APA/AFP) - Die EU-Kommission hat einen Notfallplan für den Fall eines Scheiterns der Brexit-Verhandlungen verabschiedet. Er enthält "eine begrenzte Zahl von Notfallmaßnahmen in vorrangigen Bereichen", wie die EU-Behörde am Dienstag mitteilte.
 

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EU veröffentlicht Notfallplan für Scheitern von Brexit-Verhandlungen