Japan senkt möglicherweise mittelfristige Konjunkturprognose

Tokio (APA/Reuters) - In der japanischen Regierung mehren sich Insidern zufolge die Zweifel am baldigen Erreichen des mittelfristigen Inflationsziels. Die Prognosen für die Teuerungsrate im Steuerjahr 2021 könnte auf 1,5 Prozent gesenkt werden, sagten mehrere mit den Planungen vertraute Regierungsmitarbeiter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das steht im Kontrast zu den Planungen der Notenbank, die ab 2019 Werte von rund 2 Prozent erreichen will. Sie pumpt seit mehr als vier Jahren jede Menge billiges Geld in die Märkte, um so die Inflation anzuheizen.

In ihren Prognosen, die im Jänner offiziell vorgestellt werden sollen, könnte die Regierung den Informationen zufolge auch von ihrem Wachstumsziel abrücken. Nach bisheriger Schätzung soll der nicht-preisbereinigte (nominale) Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Steuerjahr 2021 bei 3,9 Prozent liegen. Im abgelaufenen Jahr waren es 1,1 Prozent.

Ein geringeres Wachstum könnte den Druck erhöhen, die Staatsfinanzen zu reformieren, ist Japan doch das am höchsten verschuldete Industrieland der Welt: Der Schuldenberg ist inzwischen mehr als doppelt so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung.

Wer sich zu oft über Lärm aufregt, kann vor Gericht den kürzeren ziehen.

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