20 Jahre EU-Beitritt - 415.000 neue Jobs, aber auch mehr Arbeitslose

Wien/EU-weit - Eine der größten Sorgen vieler Menschen vor dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 galt dem befürchteten Zustrom ausländischer Arbeitskräfte aus anderen EU-Ländern infolge der Freizügigkeit. Gleichzeitig warnten Wirtschaftsforscher davor, dass ohne EU-Beitritt Österreichs Wirtschaft langsamer wachsen und dadurch Zehntausende Arbeitsplätze verloren gehen würden. Beide Seiten hatten recht.

Einigermaßen überraschend war, dass es in den ersten drei Jahren nach Österreichs Beitritt zur EU keinen nennenswerten Zustrom an Arbeitskräften gab - teilweise wurden sogar leichte Rückgänge verzeichnet. Die Anzahl der unselbstständig beschäftigten Ausländer in Österreich bewegte sich damals um die 300.000.

Die größte Zuwanderungswelle seiner jüngeren Geschichte hatte Österreich bereits in den Jahren vor dem EU-Beitritt infolge des Zerfalls des früheren Jugoslawiens verkraften müssen - die Anzahl der ausländischen Arbeitnehmer hatte sich seit 1988 verdoppelt. Allein im Jahr 1990 kamen 50.000 Ausländer zusätzlich auf den österreichischen Arbeitsmarkt - eine Zunahme um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In den ersten zehn Jahren der österreichischen EU-Mitgliedschaft bewegte sich der jährliche Anstieg ausländischer Arbeitskräfte stets im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bis 2004, dem Jahr der ersten großen EU-Osterweiterung, stieg die Zahl der unselbstständig beschäftigten Ausländer in Österreich um rund 62.000 auf 362.000. Im selben Zeitraum legte die Beschäftigung insgesamt um 130.000 auf knapp 3,2 Millionen zu.

Noch größer war die Angst vor einer Zuwanderungswelle vor der großen EU-Erweiterungsrunde im Jahr 2004, als die EU mit einem Schlag um zehn Länder mit rund 75 Millionen Menschen größer wurde. Österreich schöpfte trotz der hierzulande im EU-Vergleich sehr geringen Arbeitslosigkeit die siebenjährige Übergangsfrist für die Arbeitnehmerfreizügigkeit voll aus und schottete seinen Arbeitsmarkt gegenüber Bürgern der neuen EU-Staaten bis Ende April 2011 weitgehend ab. Außer Österreich tat das nur Deutschland. Die später beigetretenen Länder Bulgarien und Rumänien haben erst seit heuer Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt.

Der Netto-Zuzug von Arbeitskräften bewegte sich nach 2004 weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich, erst nach der Öffnung des Arbeitsmarktes im Frühjahr 2011 gab es einen spürbaren Anstieg - in den drei Jahren nach der Öffnung stieg die Ausländerbeschäftigung um rund 105.000 Arbeitskräfte - die Gesamtbeschäftigung stieg im selben Zeitraum nur um 61.000 auf 3,48 Millionen Menschen im Jahr 2013, von denen knapp 557.000 eine ausländische Staatsbürgerschaft hatten - um 256.000 mehr als 1995. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Beschäftigten in Österreich in den vergangenen zwei Jahrzehnten um knapp 415.000 gestiegen.

Die Arbeitslosenquote hat sich in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich erhöht - sie lag 1995 bei 7,1 Prozent, im heurigen November betrug sie 8,7 Prozent (nach österreichischer Berechnungsmethode). Dazwischen liegt aber auch die nun schon seit etlichen Jahren anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise.

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