IWF halbiert Wachstumsprognose für die Schweiz

Bern - Der Internationale Währungsfonds (IWF) schraubt die Wachstumsprognosen für die Schweiz zurück. Statt 1,6 Prozent erwartet er laut dem jüngsten Länderexamen nur noch 0,75 Prozent Wachstum. Hauptgrund ist die Aufwertung des Franken.

Auch mittelfristig ortet der IWF Risiken für die Schweizer Wirtschaft. Dazu gehört das globale Umfeld, die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Masseneinwanderungsinitiative und in den anhaltend tiefen Inflationsraten, wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD, Finanzministerium) vom Montag heißt. Aufgrund der Frankenstärke und des tiefen Ölpreises könnte diese 2015 sogar negativ ausfallen.

Dennoch geht der IWF mittelfristig von einer Erholung der Schweizer Wirtschaft und einem Wachstum um 2 Prozent aus. Der Bund seinerseits rechnet für das laufende Jahr mit einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, für 2016 mit 1,8 Prozent.

Eine weitere geldpolitische Lockerung könnte der Schweiz aus Sicht des IWF über die kurzfristige Wachstumsschwäche hinweghelfen und die Überbewertung des Frankens reduzieren. Eine Möglichkeit besteht laut der Mitteilung im Aufkauf von Vermögenswerten in Fremdwährung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB). Auch die Negativzinsen helfen, den Aufwertungsdruck auf den Franken zu reduzieren, wie es in der Mitteilung heißt.

Wie der Bundesrat ist auch der IWF der Ansicht, dass ein Konjunkturprogramm zur Zeit nicht nötig ist. Hingegen brauche es eine zügige Reform der Altersvorsorge und eine rasche Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III.

Der Währungsfonds begrüßt die bereits unternommenen Schritte, um die Stabilität des Finanzsektors zu stärken. Er ortet aber weiteren Handlungsbedarf: So sollte der Einsatz externer Revisoren verbessert werden, zudem müssten die Aufsichtsbehörden nach Ansicht des IWF die Auswirkungen von Frankenstärke und Niedrigzinsen auf Pensionskassen und Lebensversicherer genau beobachten.

Die Mindestanforderung an die ungewichtete Leverage Ratio der systemrelevanten Banken sollte erhöht werden. Auch regt der IWF an, den schweizerischen Einlegerschutz an die internationalen Standards anzugleichen und die Entwicklungen in Hypothekarmarkt und Immobiliensektor weiterhin aufmerksam zu beobachten.

Eine Delegation des IWF hat das diesjährige Länderexamen vom 13. bis 23. März 2015 durchgeführt. Die regelmäßige Beurteilung der Wirtschafts- und Finanzlage seiner Mitgliedsstaaten ist ein Kernelement der wirtschaftspolitischen Überwachungstätigkeit des IWF.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor