IWF-Vize - Geldpolitische Normalisierung birgt Risiken

Berlin (APA/Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Risiken beim schrittweisen Ausstieg aus der außerordentlich lockeren Geldpolitik gewarnt. "Die ersten Schritte zur Normalisierung der Geldpolitik bei der Federal Reserve sind reibungslos gelaufen", sagte IWF-Vize David Lipton am Montag laut Redetext auf einer Finanzkonferenz in München. Man dürfe aber die Risiken nicht ignorieren.

Das Finanzsystem habe sich an historisch niedrige Zinsen gewöhnt. Es gebe unter anderem wachsende Verwundbarkeiten gegenüber unerwarteten Schocks bei einzelnen Ländern. Ein plötzlicher Stimmungsumschwung an den Märkten oder auch ein geopolitisches Ereignis könnten schnell großes Gewicht bekommen.

"Die Jagd nach höheren Zinsen hat viele Investoren in eine Lage gebracht, in der sie anfällig gegenüber potenziellen Kredit-, Laufzeit- und Liquiditätsrisiken geworden sind", warnte Lipton. Etliche Entwicklungen gäben Anlass zur Sorge. Das gelte auch für die wachsende Verschuldung rund um den Globus, nicht zuletzt bei zahlreichen armen Entwicklungsländern.

Lipton sieht aber auch Handlungsbedarf bei den Euro-Ländern, die etwa ihre Banken-Architektur in Ordnung bringen müssten. Wachsende Herausforderungen für die Volkswirtschaften sowie die Finanzsysteme seien zudem der technologische Wandel, die Digitalisierung und damit verbundene Sicherheitsprobleme. Das Vordringen von Online-Finanzdiensten etwa bringe ernste Herausforderungen für traditionelle Banken-Geschäftsmodelle mit sich, aber auch für Banken-Aufseher und Regulierer.

Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) womöglich einen Schritt in Richtung Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik gehen. Viele Experten erwarten, dass EZB-Präsident Mario Draghi und seine Kollegen beschließen werden, die monatlichen Anleihenkäufe der Notenbank ab Jänner kräftig zu drosseln.

Ingolstadt (APA/dpa/AFP) - Im Zuge der Abgasaffäre startet Autobauer Audi ab Mittwoch den ersten von insgesamt acht Rückrufen für Modelle mit V-TDI-Motoren in Deutschland. Das teilte die VW-Tochter am Montag in Ingolstadt mit. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe die dafür nötige Freigabe erteilt.
 

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Audi startet Rückruf von Diesel-Autos in Deutschland

Hamburg/Wolfsburg (APA/Reuters) - Volkswagen will beim Umstieg auf die Elektromobilität seine herausgehobene Position in der Autoindustrie behalten. "Wir werden günstiger sein als Tesla und wir haben dann die großen Skaleneffekte", sagte Konzernchef Herbert Diess der Branchenzeitung "Automotive News". Die Plattform sei "bereits für 50 Millionen Elektroautos gebucht, und wir haben Batterien für 50 Millionen Elektroautos beschafft".
 

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Volkswagen-Chef spricht von 50 Millionen Elektroautos

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Wiener Kino-Gruppe Cineplexx expandiert am Balkan