IWF warnt vor wachsenden Risiken für die Weltwirtschaft

(Reuters) - Trotz wachsender Risiken rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) wie auch die Bundesregierung nicht mit einem kräftigen Rückschlag für die Weltwirtschaft. Es sei zu erwarten, dass die Konjunkturerholung weltweit bis zum Jahresende sowie 2015 wieder etwas an Fahrt aufnehme. Sie werde aber schwächer ausfallen, als noch im Frühjahr prognostiziert, sagte der IWF in einem Bericht vom Mittwoch voraus. Sorge äußerte der Fonds vor dem G20-Finanzministertreffens in Australien, dass der ohnehin schleppende Aufschwung im Euro-Raum ganz erlahmt. Insgesamt hätten die Risiken für die globale Wirtschaft zugenommen, etwa durch die Ukraine-Krise.

"Der ungleichmäßige globale Aufschwung wird sich fortsetzen, und zwar ungeachtet der Rückschläge in diesem Jahr", lautet der Befund des IWF. Gestützt werde er insbesondere durch eine unterstützende Geldpolitik in den großen Industrieländern und damit verbundenen günstigen Finanzierungsbedingungen. Allerdings berge auch die hochexpansiven Geldpolitik Risiken, wie etwa das einer steigenden Bereitschaft in der Wirtschaft, riskante Engagements einzugehen. In den Industrieländern sollte die Geldpolitik aktuell aber weiter locker bleiben. Eine Kurswende stehe wohl als erstes in den USA an, während in der Euro-Zone und in Japan noch der Kampf gegen die ungewöhnlich niedrige Teuerung im Vordergrund stehen sollte.

Auch in der deutsche Regierung hieß es: "Was die Weltwirtschaft angeht, erwarten wir eine weitere Erholung, obwohl die Zahlen im ersten Quartal für Europa nicht so gut waren und trotz gestiegener geopolitischer Risiken." Ein Regierungsvertreter warnte sogar davor, die wirtschaftliche Lage auf globaler Ebene zu negativ darzustellen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Vortag in einem Interview von Reuters TV erklärt, die Krisen um die Ukraine und im Mittleren Osten sowie die Ebola-Welle drückten, wenn auch in begrenztem Maße, auf die Wachstumsaussichten in Europa und damit auch Deutschland. "Das alles hat dazu geführt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld etwas eingetrübt hat", hatte der Minister gesagt. Allerdings mahnte auch er: "Zur Panik oder zur Depression ist kein Anlass". Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sei auch nach den neuesten Zahlen robust.

Beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs im australischen Cairns geht es im Schwerpunkt auch darum, das Wachstum in der Welt im Interesse von mehr Arbeitsplätzen nachhaltig zu verstärken. Die G20 haben sich das Ziel gesetzt, die Wachstumskraft in ihren Ländern binnen fünf Jahren um zwei Prozent über das Maß hinaus zu forcieren, das bislang absehbar ist. Deutschland hält es für die Schaffung von nachhaltig mehr Wachstum für unerlässlich, neben mehr Investitionen weiter Strukturreformen zu verfolgen und das auf Basis einer Haushaltskonsolidierung.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne