IWF - US-Steuerreform dürfte Weltwirtschaft einige Jahre beflügeln

Davos/Washington/Berlin (APA/Reuters) - US-Präsident Donald Trump schiebt nach Einschätzung des IWF die Weltwirtschaft mit seiner Steuerreform an. Der Internationale Währungsfonds erhöhte am Montag auch seine Wachstumsprognosen für die USA und Deutschland - in beiden Fällen sehr deutlich. "Die Änderungen in der US-Steuerpolitik stimulieren die wirtschaftlichen Aktivitäten."

Der Wachstumsimpuls für die USA werde auf die großen Handelspartner - wie etwa Deutschland - ausstrahlen. Dies dürfte bis ins Jahr 2020 hineinwirken, so der IWF in seinem aktuellen Wirtschaftsausblick. Nach 2022 dürfte sich dies ändern. Dann könnten dämpfende Effekte durchschlagen, etwa durch ein größeres US-Leistungsbilanzdefizit oder einen stärkeren Dollar, sagte IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld.

Für die globale Wirtschaft rechnet der Fonds mittlerweile mit einem Zuwachs von jeweils 3,9 Prozent in den Jahren 2018 und 2019, in beiden Fällen 0,2 Punkte mehr als noch im Herbst. Die Prognosen für Deutschland wurden um je einen halben Punkt auf 2,3 Prozent in diesem Jahr und 2,0 Prozent im nächsten Jahr hochgesetzt. Der US-Wirtschaft wird jetzt ein Wachstum von 2,7 Prozent 2018 und 2,5 Prozent 2019 zugetraut, der Eurozone heuer 2,2 Prozent (bisher 1,9 Prozent) und kommendes Jahr 2,0 (statt 1,7) Prozent.

Trump reklamiert den aktuellen Aufschwung und die Rekorde an den Börsen für sich, obwohl die Wirtschaftsdaten auch schon unter seinem Vorgänger Barack Obama gut waren. Obstfeld sagte, der Boom habe schon vor Trump begonnen. Dabei habe auch die lockere Geldpolitik vieler Notenbanken eine Rolle gespielt. Die Federal Reserve steuere in den USA zwar um, das aber sehr vorsichtig. Die Europäische Zentralbank habe deutlich gemacht, dass für sie eine Änderung der Nullzinsen noch in ferner Zukunft liege.

Der IWF appellierte an die Politik, sich nicht auszuruhen. So sollten die aktuell guten Zeiten genutzt werden, um strukturelle Mängel in den Ländern zu beheben. Mehr Menschen und Staaten müssten von der Aufwärtsentwicklung profitieren und Sicherheitspolster anlegen. Andernfalls werde die nächste Krise rascher heraufziehen und schwerer zu bekämpfen sein.

Neben den USA und Deutschland sieht der IWF auch die Wachstumsperspektiven für China optimistischer. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dürfte dieses Jahr um 6,6 Prozent zulegen und 2019 dann um 6,4 Prozent. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. Skeptisch ist der Fonds angesichts des geplanten EU-Austritts dagegen für Großbritannien. Hier wird 2018 weiterhin mit 1,5 Prozent Wachstum gerechnet. Für 2019 wurde die Prognose um 0,1 Punkte auf ebenfalls 1,5 Prozent gesenkt.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker