IW-Experten warnen vor Nebenwirkungen des Investitionsbooms

Berlin (APA/Reuters) - Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat vor gefährlichen Nebenwirkungen einer überdimensionierten Steigerung staatlicher Investitionen gewarnt.

Höhere Ausgaben, etwa für Bildung und Verkehr, seien zwar überfällig und daher auch geboten, befanden die IW-Experten in einer am Montag veröffentlichten Studie. Die Untersuchung zeige aber auch, "dass eine übermäßige Ausweitung der Investitionen neben einer stärkeren Verschuldung auch mit Preissteigerungen verbunden wäre". Das Fazit laute: "Die staatlichen Investitionen sollten also auf jeden Fall steigen". Sie sollten es allerdings nicht zu schnell tun, weil das wegen der bereits stark ausgelasteten Produktionskapazitäten die Preise stark steigen lassen könnte.

Die deutsche Regierung, aber auch die meisten Experten und Wirtschaftsverbände, sagen für das laufende Jahr eine kräftige Steigerung der deutschen Investitionen generell voraus. So rechnet der DIHK mit einer Zunahme der Aufwendungen für Ausrüstungen von sieben Prozent, die deutsche Bundesregierung geht von einem Zuwachs von fünf Prozent aus. Nachdem die deutsche Investitionstätigkeit lange Zeit eher gedämpft verlief, gilt sie Fachleuten nun als eine Säule des deutschen Wachstums.

Das IW allerdings warnt nun: "Legen die öffentlichen Investitionen beispielsweise jährlich um fünf Prozent zu - statt um rund ein Prozent wie bisher - führt dies laut IW-Berechnungen nach zehn Jahren zu einem um 1,7 Prozent höheren Preisniveau". Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft würde leiden. Die Wirtschaftsleistung würde dagegen nur um 0,7 Prozent im Jahr nach oben getrieben, was den realen Wachstumseffekt einer solchen Investitionsoffensive schmälere. Bei einer zehnprozentigen Investitionssteigerung läge der Preiseffekt sogar bei rund 4,6 Prozent nach zehn Jahren.

Generell sei es sicher sinnvoll, öffentliche Ausgaben eher in Investitionen als in den Staatskonsum fließen zu lassen, sagte die IW-Ökonomin Galina Kolev. Da aber die Mittel generell begrenzt seien, sollten sie in Projekte gehen, in denen die größten Potenziale stecken. "Kosten und Nutzen geplanter Investitionsprojekte sind im Einzelfall abzuwägen", fordern die Wissenschafter. Zudem könnte man bei finanziellen Spielräumen die Gelder auch dazu verwenden, Schulden zu tilgen oder Steuer zu senken, statt die Investitionen übermäßig zu steigern.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht