IV-Neumayer fordert Lohnkostensenkung von einer Milliarde

In der Debatte über den Standort Österreich und das schwächelnde Wachstum hat sich am Donnerstag beim Alpbacher Finanzsymposium der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, zu Wort gemeldet. Er fordert eine Lohnkostensenkung von einer Milliarde Euro, die durch eine Senkung der Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds erzielt werden könne.

Derzeit gebe es dazu Verhandlungen, schon beim nächsten Ministerrat könnte sich hier etwas bewegen, hofft Neumayer. Eine Variante wäre eine zweistufige Senkung der Beiträge zum FLAF um insgesamt einen Prozentpunkt ab 2016. Die Lohnkosten seien zu hoch, die Unternehmen könnten keine weiteren Belastungen mehr tragen sondern müssten entlastet werden. "Ein starker Kostendruck und Bürokratiedruck hat sich aufgebaut", sagte er.

Österreich sei mit eigenen strukturellen Problemen und exogenen Schocks konfrontiert. Die Flüchtlingskrise werde das Land in den nächsten Jahren nicht nur fiskalisch durch Ausgaben beschäftigen, sondern auch zeigen, ob wirkliche Integration gelinge. Die Wirtschaft spüre weiters die Sanktionen gegen Russland in Folge der Ukraine-Krise durch massive Exporteinbrüche. Die Arbeitslosigkeit habe Rekordwerte erreicht.

"Wir werden alleine aus dem großen Druck heraus große Schritte unternehmen müssen", sieht Neumayer den dringenden Bedarf nach Reformen. Dass bisher die Politiker eher versucht hätten, die Probleme auszusitzen, könne nicht mehr weitergehen.

Die Österreicher waren von 1999 bis 2008 die Wachstumskaiser in Europa und stärker als die Deutschen, erinnerte Bank-Austria-Vorstand Dieter Hengl. Heute hinke Österreich bei den Wachstumsraten hinter dem Schnitt im Euro-Raum hinterher. "Es besteht Handlungsbedarf, wir haben unseren Vorsprung verspielt", meinte auch er.

Von den Problemen der Realwirtschaft berichtete Eva Schinkinger aus der Geschäftsführung von Gebauer & Griller Kabelwerke. Für ihr mittelständisches Unternehmen in Niederösterreich sei es schwierig, mobile und geeignete technische Fachkräfte zu finden. Noch immer würden in Österreich nur wenige junge Menschen eine technische Karriere einschlagen, beklagte sie. Der Frauenanteil in allen HTLs liege bei 30 Prozent, in klassischen technischen Studien wie Elektrotechnik sei der Anteil von Studentinnen noch viel niedriger. Bildungschancen seien in Österreich immer noch vom Elternhaus abhängig, kritisierte sie.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte