Italiens zukünftiger Wirtschaftsminister Tria für Flat Tax

Rom (APA) - Der Leiter der Wirtschaftsfakultät an der römischen Universität "Tor Vergata", Giovanni Tria, ist mit dem Segen von Präsidenten Sergio Mattarella zum neuen italienischen Wirtschaftsminister aufgerückt. Er gilt laut Insidern als Befürworter der Flat Tax und als weniger europaskeptisch als der Ökonom Paolo Savona, den Mattarella als Wirtschaftsminister abgelehnt hatte.

Der 70-jährige Römer kann auf eine lange Karriere an der Universität zurückblicken. Nach einem Jus-Studium an der römischen Universität "La Sapienza" begann Tria einen steilen Aufstieg in den akademischen Institutionen Italiens. Er hat internationale Erfahrung und ist unter anderem Mitglied des "Innovation Strategy Expert Advisory Group" der OECD (Organisation für die Zusammenarbeit und Entwicklung). Zudem ist er Mitglied des Führungsgremiums der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

Politisch zeigte der parteiunabhängige Tria bisher Sympathien für das Mitte-Rechts-Lager. Er ist ein guter Freund von Renato Brunetta, Ex-Fraktionschef der Forza Italia im Senat und Vertrauter von Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Tria zeigt sich in Sachen Euro gemäßigter als Savona, hält jedoch eine Reform der Eurozone für notwendig. "Man muss gemeinsam Lösungen finden, denn mit dem Euro-Austritt hätte Italien nur Kosten und keine Vorteile", schrieb Tria in einem Beitrag, der im vergangenen Jahr von der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" veröffentlicht wurde.

Der Römer gilt als Befürworter der Flat Tax, einem Schwerpunkt im Regierungsprogramm von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung. Der neue Wirtschaftsminister ist der Ansicht, dass eine Einheitssteuer von 15 Prozent für Personen und Unternehmen die Wirtschaft ankurbeln und sich positiv im Kampf gegen die Steuerhinterziehung auswirken würde.

Dies würde zum Teil die Kosten der fehlenden Einnahmen durch den niedrigeren Steuersatz kompensieren. In Sachen Mindestsicherung, ein Hauptanliegen der Fünf-Sterne-Bewegung, ist Tria eher skeptisch. Zuletzt hatte er Bedenken über die Finanzierbarkeit dieser Maßnahme erhoben, die arbeitslosen Italienern monatlich 780 Euro Einkommen sichern sollte.

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Der Streit zwischen der Ryanair-Tochter Laudamotion und der Gewerkschaft …