Italiens Wirtschaft auf Rezessionskurs: Renzi unter Druck

(APA) - Rezession, Deflation und zunehmende Arbeitsmarktreform: Die schwierige Wirtschaftslage setzt den italienischen Premier Matteo Renzi unter Druck. Sein Kabinett stellte am Mittwoch eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz von Arbeitnehmern mit befristeten Verträgen vor. Mit einer Arbeitsmarktreform soll die Beschäftigung angekurbelt werden.

Zugleich will die Regierung das System der Arbeitsverträge in Italien rationalisieren und vereinfachen. Vor allem die Arbeitsmarktreform sei ihm wichtig, meinte Renzi. Er wolle mit der ungerechten Spaltung des Arbeitsmarktes in Beschäftigte erster und zweiter Klasse Schluss machen. Arbeitnehmern in dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen mit hohem Kündigungsschutz stehe in Italien eine wachsende Zahl von Arbeitern gegenüber, die sich mit befristeten Verträgen ohne größere Schutzklauseln durchschlagen müssen.

Die verkrusteten Strukturen am Arbeitsmarkt seien ein Grund für die konjunkturelle Schwäche des Landes, das nicht aus der Rezession herausfindet. Sein Kabinett sei bestrebt, bis Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2018 im Sattel zu bleiben, betonte Renzi. Doch er sei bereit, auf sein Amt zu verzichten und Neuwahlen in Kauf zu nehmen, sollte das Parlament seine Reformen nicht zügig umsetzen, so Renzi.

Für die italienische Wirtschaft gibt es kaum Hoffnung auf Aufschwung in den kommenden Monaten. Eine kalte Dusche musste die Regierung Renzi hinnehmen: Sowohl die OECD (Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) als auch die Ratingagentur Standard&Poor's rechnen, dass Italien bis Ende 2014 in der Rezession stecken wird. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) wird im Gesamtjahr 2014 um 0,4 Prozent schrumpfen, nachdem es bereits 2013 um 1,8 Prozent zurückgegangen ist. Im kommenden Jahr ist mit einem Wachstum von lediglich von 0,1 Prozent zu rechnen, geht aus den Berichten hervor.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

Newsticker

Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

Newsticker

Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

Newsticker

Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne