Italiens Regierung uneins über Budget - EU-Kommission mahnt

Es müsse eine "substanzielle Anstrengung" in der Haushaltsplanung für das kommende Jahr geben, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici der Finanzzeitung "Il Sole 24 Ore". "Es ist im Interesse Italiens, die öffentlichen Schulden unter Kontrolle zu halten." Seinen Worten zufolge soll das Land sein Budgetdefizit 2019 um 0,6 Prozentpunkte zurückfahren. Laut den EU-Vorgaben darf die Neuverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung die Obergrenze von drei Prozent nicht überschreiten. Eine Strafe wurde in der EU wegen der Überziehung dieser Grenze noch nie verhängt.

Die populistische 5-Sterne-Bewegung, die mit der rechten Lega die Regierung bildet, strebt der Zeitung "La Repubblica" zufolge ein Defizit von 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung an und damit knapp unter der EU-Vorgabe. "La Stampa" berichtete, dass der italienische Finanz- und Wirtschaftsminister Giovanni Tria bereit ist, ein Defizit von 1,5 Prozent zu akzeptieren. Diese Grenze wolle er aber nicht allzu stark überschreiten, um keinen Ausverkauf italienischer Anleihen an den Finanzmärkten zu riskieren. Sowohl Lega als auch 5-Sterne haben im Wahlkampf massive Erleichterungen für die Bürger angekündigt, darunter Steuererleichterungen, vereinfachte Regeln für Rentner und ein Grundeinkommen. Die vollständigen Haushaltspläne sollen bis Ende Oktober vorliegen.

Moscovici sagte, die bevorstehenden Verhandlungen mit der Regierung in Rom würden nicht einfach. Er könne nicht völlig ausschließen, dass es in Italien Politiker gebe, die bereit seien, den Euro aufzugeben. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger erinnerte im ZDF daran, dass Italien nach Griechenland die höchste Verschuldung im Vergleich zur Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone habe. "Wir haben in den letzten Jahren ein Problem gehabt, dass einige Mitgliedsländer das Vertrauen der Märkte verlieren könnten", warnte der CDU-Politiker. "Deswegen dürfen wir nicht unsinnig weitere Schulden machen." Oettinger wies Vorwürfe aus der italienischen Regierung zurück, die EU sei wegen ihrer Sparauflagen mitverantwortlich für den Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua. Die Hauptverantwortung für Bau, Wartung und Sicherheit von Straßen liege bei den Mitgliedsländern, sagte Oettinger.

Mit Spannung wurde an den Finanzmärkten eine Entscheidung der Ratingagentur Fitch zur Kreditwürdigkeit Italiens erwartet. Die Veröffentlichung sollte nach Marktschluss in Europa kommen. Fitch stuft die Bonität Italiens derzeit mit "BBB" und einem stabilen Ausblick ein. Damit liegt das Rating knapp über einer Bewertung als Spekulativ-Anlage, die manchen Investoren ein Engagement verbietet.

Italien schiebt einen Schuldenberg von rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung vor sich her. Zugleich bescheinigte die EU-Kommission dem Land im Frühjahr für dieses Jahr aber einen voraussichtlichen Primärüberschuss - also den Staatshaushalt ohne Schuldendienst - von 1,9 Prozent. Auch am italienischen Arbeitsmarkt verbesserte sich die Lage im Juli: Die Arbeitslosenquote fiel auf 10,4 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ging zurück, gehörte mit 30,8 Prozent aber weiter zu den höchsten in der Euro-Zone. Beim Wirtschaftswachstum hinkt das Land aber seit längerem hinterher.

Madrid (APA/Reuters) - Die Korrektur der Bilanz für 2017 versetzt den Aktien von Dia einen weiteren Schlag. Die Titel der hoch verschuldeten spanischen Supermarktkette fielen am Montag um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordtief von 0,70 Euro.
 

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Spanische Supermarktkette Dia musste Bilanz 2017 korrigieren

München (APA/dpa/Reuters) - Die US-Kartellbehörde FTC hat die milliardenschwere Fusion des deutschen Industriegaseherstellers Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern unter Auflagen genehmigt. Das teilte die Behörde am Montag mit.
 

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USA genehmigen Linde-Praxair-Fusion unter Auflagen

Wien (APA) - Die Wettbewerbsbehörde (BWB) will stärker gegen unfaire Geschäftspraktiken zwischen großen und kleinen Betrieben vorgehen. "Die Benachteiligung von marktschwachen Vertragspartnern kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen", sagte BWB-Chef Theodor Thanner am Montag bei der Präsentation eines "Fairnesskatalogs für Unternehmen".
 

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BWB will schärfer gegen unfaire Geschäftspraktiken vorgehen