IST Austria will "Atmosphäre für Entrepreneurship kreieren"

Klosterneuburg - Der Chef des Institute of Science and Technology (IST) Austria, Thomas Henzinger, will am IST "eine Atmosphäre für Entrepreneurship kreieren". Dazu plant er nicht nur ein Programm, das Firmen ermöglicht, Forscher an das Institut zu entsenden, sondern auch einen internen Gründerfonds, der jungen Forschern Starthilfe für Geschäftsideen gibt, sagte der IST-Chef Donnerstag Abend vor Journalisten.

Heuer haben das IST und die NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus eine gemeinsame Gesellschaft für die Errichtung eines Technologieparks in unmittelbarer Nähe zum IST-Campus gegründet. Von Anfang an war dafür ein Areal reserviert. Nicht nur um Interessenten für eine Ansiedlung im Technologiepark zu suchen, sondern auch, um am Institut selbst das Bewusstsein für Entrepreneurship zu fördern, wurde mit dem Experte für Venture Capital und Betriebsansiedlung, Markus Wanko, der Leiter des Bereichs "Business Development" engagiert.

Zur Förderung der unternehmerischen Einstellung der Doktoranden und Post-Docs würden nicht nur erfolgreiche Gründer eingeladen, sondern auch im Curriculum für die Doktoratsstudenten Kurse für Entrepreneurship angeboten, sagte Henzinger. Mit einem "Industrial Affiliation Program" soll interessierten Unternehmen die Möglichkeit geboten werden, ihre Forscher für eine Zeit am IST arbeiten zu lassen. Und jungen Forschern, die die wissenschaftliche Karriere verlassen wollen und eine Geschäftsidee haben, soll ein "interner Gründerfonds eine kleine Starthilfe geben".

Das zu Ende gehende Jahr sei von "starkem Wachstum" geprägt gewesen, sagte Henzinger. Mit sechs Neuberufungen - ausgewählt aus rund 1.000 Bewerbungen - habe man nun 37 Professoren unter Vertrag, 31 sind bereits am IST tätig. In deren Gruppen arbeiten rund 100 Post-Docs und ebensoviele PhD-Studenten. In Summe sind damit derzeit 430 Mitarbeiter am IST-Campus in Klosterneuburg beschäftigt. Bis 2026 soll das Institut zu einer kritischen Größe von 90 bis 100 Professoren ausgebaut werden.

Fachlich stellt sich das Institut zunehmend breiter auf. Dominierten bisher Biologie und Informatik, werden nun die Felder Mathematik und Physik ausgebaut, die neuesten Berufungen erfolgten in Festkörperphysik und Strukturbiologie. Die Etablierung der Chemie werde eher langfristig angestrebt, sagte Henzinger.

Bei den Neuberufungen gab es eine Premiere: Mit dem deutsch-griechischen Festkörperphysiker Georgios Katsaros hat das IST erstmals einen Professor von einer österreichischen Uni berufen. Katsaros, der sich mit selbstorganisierten Halbleiter-Nanostrukturen beschäftigt, hatte im Vorjahr einen ERC-"Starting Grant" erhalten, an der Uni Linz aber keine Dauerstelle. Mit seiner Berufung an das IST habe man einen Ruf nach Deutschland abgewehrt, betonte Henzinger.

Katsaros wird ebenso wie der aus Österreich stammende, derzeit am California Institute of Technology (Caltech) beschäftigte neuberufene Physiker Johannes Fink im Frühjahr 2016 seine Arbeit in Klosterneuburg aufnehmen. Grund ist, dass dann das überwiegend für den Physik-Bereich zur Verfügung stehende neue Gebäude am IST-Campus fertiggestellt sein soll. Mit dem bisher größten IST-Bau steige die für Wissenschaft zur Verfügung stehende Fläche um 50 Prozent, so Henzinger.

Besonders stolz ist der IST-Präsident auf die mittlerweile 15 IST-Professoren, die einen Wissenschaftsförderpreis des Europäischen Forschungsrats ERC erhalten haben. Jüngster Preisträger ist Chris Wojtan, dem ein mit 1,5 Mio. Euro dotierter "Starting Grant" des ERC zuerkannt wurde. Der Nachwuchswissenschafter setzt mathematische Methoden aus der Computerphysik und geometrische Techniken aus der Computergrafik ein, um etwa realistische Animationen zu erzeugen. Mit seiner Auszeichnung hätten nun alle sechs im Bereich Informatik beschäftigten Professoren einen ERC-Grant.

(S E R V I C E - Internet: https://ist.ac.at/de/)

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