IS rekrutiert nach Obama-Rede in Syrien neue Kämpfer

(Reuters) - Auch nach der Ankündigung von US-Luftangriffen auf Ziele in Syrien verzeichnet die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) weiteren Zulauf. Seit dem 10. September hätten sich in Syrien 162 Männer dem IS angeschlossen, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Sie würden in zwei Lagern nahe Aleppo ausgebildet. Darunter seien auch zahlreiche Ausländer. Die Bundesregierung bestätigte, dass "im einstelligen Bereich" Selbstmordattentäter aus Deutschland in Syrien und im Irak Anschläge verübt hätten. Der Emir von Katar wies bei einem Besuch in Berlin Vorwürfe anderer arabischer Staaten zurück, sein Land unterstütze die IS-Kämpfer.

Unter den in Syrien neu angeworbenen IS-Kämpfern sind nach Darstellung der oppositionsnahen Beobachtergruppe unter anderem vier Australier, 15 weitere stammten aus anderen arabischen Staaten. Sie seien aus der Türkei nach Syrien eingereist. Die meisten anderen Kämpfer seien vorher Mitglieder der Nusra-Front gewesen, einer der mächtigsten Rebellengruppen in Syrien mit engen Verbindungen zur Extremistenorganisation Al-Kaida.

Der IS hat weite Teile im Norden des Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Nach Schätzungen westlicher Geheimdienste verfügt der IS über 20.000 bis 30.000 Kämpfer in Syrien und im Irak. US-Präsident Barack Obama hatte vergangene Woche angekündigt, IS-Ziele nicht nur im Irak anzugreifen, sondern auch in Syrien.

DEUTSCHER VERFASSUNGSSCHUTZ WILL SCHÄRFER VORGEHEN


Ein Rechercheteam von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR berichtete, die Zahl der aus Deutschland stammenden Attentäter steige besorgniserregend schnell. Mindestens fünf Anschläge seien sicher Tätern aus Deutschland zuzuordnen. Drei bis vier weitere Anschläge würden noch untersucht. Ein Sprecher des Innenministeriums wollte Details nicht bestätigen, sprach aber von einer Zahl im einstelligen Bereich. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kündigte an, es werde seine Bemühungen verstärken, potenzielle Unterstützer der IS-Miliz an der Ausreise zu hindern. Dabei werde auch die Zusammenarbeit mit anderen Schengen-Staaten in Europa verstärkt.


"Katar hat und wird niemals terroristische Gruppen unterstützen", sagte Emir Tamim al-Thani nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dies gelte sowohl für Syrien als auch den Irak. Merkel sagte, der Emir habe ihr glaubwürdig versichert, dass der Kampf gegen den IS genauso eine Angelegenheit der Sicherheit Katars sei wie eine Angelegenheit der Sicherheit für andere Länder. "Ich habe keinen Grund, den Aussagen des Emirs nicht zu glauben" sagte Merkel.

Die geistliche Führung Saudi-Arabiens verurteilte Terrorismus als "abscheuliches Verbrechen". An den Tätern sollte ein Exempel statuiert werden, forderte der Rat der Gelehrten. Die Erklärung ist der umfassendste Angriff der konservativen Geistlichen auf die islamistische Radikalisierung und IS-Kämpfer. Der Rat verbot explizit die Finanzierung von militanten Aktionen oder die Ermutigung junger Menschen zu solchen Taten.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne