IS bedroht auch Einsatz von Hilfsorganisationen

(Reuters) - Die Entführung und Ermordung von Mitarbeitern haben viele Hilfsorganisationen in Syrien und im Irak gezwungen, ihre Arbeit einzustellen oder anders zu organisieren. Fast alle haben die Entsendung von Ausländern in die Krisengebiete gestoppt und stützen sich immer mehr auf einheimische Helfer. Besonders die Enthauptung eines britischen Helfers durch die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Gefahr sind. Diese sehen sich veranlasst, etwa ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. "Die humanitäre Arbeit ist derzeit sehr eingeschränkt", sagt der Vertreter einer Hilfsorganisation im Nahen Osten, der namentlich nicht genannt werden wollte. Jeder sei von der Sicherheitslage betroffen.

Im Irak und in Syrien stützen sich internationale Organisationen immer mehr auf lokale Kräfte, um ein Mindestmaß an Hilfsleistungen aufrechtzuerhalten. Der Bedarf ist riesig: Allein innerhalb von Syrien sind rund 3,5 Millionen Menschen durch den Bürgerkrieg vertrieben worden. Viele fliehen vor den IS-Extremisten, die einen Gottesstaat errichten wollen und denen Gräueltaten an der Bevölkerung vorgeworfen werden.

Der Sicherheitschef einer Organisation sagt, die Helfer versuchten, auf alle am Konflikt beteiligten Seiten zuzugehen, um eine breite Akzeptanz zu erreichen. Das gestaltet sich aber immer schwieriger. Die Hilfsaktionen würden immer mehr manipuliert, um Ziele zu erreichen, die mit der Arbeit der Organisationen nichts zu tun hätten, beklagt Fabio Forgione, Chef des Irak-Einsatzes der Ärzte ohne Grenzen. "Das untergräbt komplett unsere Möglichkeiten, jene Menschen zu erreichen, die im Irak am bedürftigsten sind."

Einer Studie zufolge gab es im vergangenen Jahr 251 Übergriffe auf Hilfsorganisationen, von denen 460 Helfer betroffen waren. 155 wurden getötet. Die meisten Fälle gab es in Afghanistan, Irak und Südsudan. Immer öfter richten sich Angriffe auch gegen auch einheimische Mitarbeiter.

Diese Entwicklung belastet die Organisationen auch finanziell, weil die Versicherer ihre Prämien anheben - teilweise um 100 Prozent innerhalb von eineinhalb Jahren. Gerade im Irak seien das Risiko von Entführungen gestiegen, sagt Henry MacHale vom Versicherungsunternehmen Aspen. "Wie müssen unsere Prämien an die Risiken anpassen."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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