Internationale Energieagentur erwartet Trendwende bei Ölpreisen

Paris/Frankfurt (APA/dpa) - Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht nach dem massiven Preiseinbruch beim Rohöl Anzeichen für eine Trendwende. Ölstaaten außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) würden im Jahr 2015 ihre Fördermengen nicht so stark anheben wie bisher erwartet, begründete die IEA heute, Freitag, in Paris ihre Einschätzung.

Insgesamt dürfte die Förderung außerhalb der OPEC um 350.000 Barrel pro Tag niedriger ausfallen als zuletzt gedacht. Vor allem Kolumbien sei für die Entwicklung verantwortlich, schreibt die IEA. Die Förderung in den USA werde hingegen nur etwas niedriger ausfallen als erwartet. Daher werde die Überversorgung an den Märkten leicht geringer ausfallen. Aufgrund des jüngsten Ölpreisverfalls durch ein starkes weltweites Überangebot hätten Unternehmen neue Förderprojekte verschoben oder teilweise ganz aufgegeben.

Die IEA erwartet nun zwar keine starke Preiserhöhung, aber zumindest verstärkten sich die Zeichen für eine Trendwende. Am Freitag sind die Ölpreise zunächst wieder leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete in der Früh 48,74 US-Dollar (41,6 Euro) - 47 Cent mehr als am Donnerstag. Ein Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich um 49 Cent auf 47,22 Dollar. Die Finanzmärkte rätseln, ob nach dem monatelangen Preiseinbruch um über die Hälfte der Tiefpunkt erreicht ist oder die Preise weiter fallen.